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Foodsharing statt wegwerfen

SozialesIn der EU landen jährlich pro Kopf durchschnittlich 179 kg Lebensmittel auf dem Müll. Insgesamt sind das 89 Millionen Tonnen "Abfall". Pro Jahr.

In Österreich werden pro Haushalt bis zu 157.000 Tonnen an angebrochenen und original verpackten Lebensmitteln weggeworfen. Durchschnittlich wirft jede Wienerin und jeder Wiener jährlich um die 40 Kilogramm Lebensmittel weg. Lebensmittel, die man durch rechtzeitigen Verzehr, besserer Lagerung oder einfach besser geplantes Einkaufen vor der Mülltonne hätte retten können.

Der Wert der Lebensmittel, die von einem österreichischen Haushalt jedes Jahr weggeworfen werden, entspricht etwa 300 bis 400 Euro, berücksichtigt man die Kosten- und Energieaufwendige Herstellung vom Rohstoff bis zum verkaufsfertigen Lebensmittel.

Im krassen Gegensatz dazu stehen weltweit 842 Millionen Menschen, die chronisch unterernährt sind, das sind knapp zwölf Prozent der Weltbevölkerung. Sehr deutlich veranschaulicht haben diesen Gegensatz - Überproduktion und Abfallgesellschaft auf der einen Seite und Hunger und Armut auf der anderen Seite - z.B. Filme wie We feed the World von Erwin Wagenhofer oder Valentin Thurns Taste the Waste. Fast jeder kennt den berühmten Vergleich aus Wagenhofers We feed the World, dass in Wien jeden Tag soviel Brot vernichtet wird wie in Graz verbraucht.

Als Reaktion gegen diese Wegwerfgesellschaft, entstand in den letzten Jahren als Form der Konsumverweigerung das so genannte „Dumpstern“ „Containern“ oder „Mülltauchen“, wo noch genießbare Lebensmittel aus Müllcontainern von Supermärkten herausgeholt werden. Das spezielle am Dumpstern oder Containern ist, dass es nicht nur von Menschen, die von Armut betroffen sind, betrieben wird, sondern auch bewusst von jungen Leuten aus der Mittelschicht, die sich gegen den Konsum und Wegwerfwahnsinn wehren wollen. In Wien z.B. wurde 1998 das Gemüse und Obstkollektiv, kurz GeOb gegründet, die sich aus noch essbares Obst und Gemüse aus Supermarkttonnen spezialisierten. Aus dem Dumpstern entstand die Freegane Bewegung (aus dem englichen Wort free-frei und vegan), da die Freeganer zum großen Teil auch vegan leben.

Doch was kann jeder einzelne tun, für den das Mülltauchen keine Alternative ist, diese Mengen an weggeworfenen Lebensmitteln zu reduzieren? Grundsätzlich einmal geplant einkaufen gehen. Vor dem Einkauf schon wissen was man braucht und wie viel davon.

Aber fast jeder kennt das Problem, einmal zuviel gekauft zu haben oder man hat knapp vor dem Urlaub noch einen halbvollen Kühlschrank. Eine Plattform nimmt sich genau dieses Problems an. Foodsharing heißt das Prinzip und wurde in Köln unter anderem von dem Filmemacher Valentin Thurn (Taste the Waste) und Menschen mit verschiedenen beruflichen Backgrounds, die sich mit der Verschwendung von Lebensmittel auseinandersetzen, gegründet.

Und Foodsharing ist ganz einfach: Privatpersonen oder HändlerInnen können ihre überschüssigen Lebensmittel auf dieser Internetplattform kostenlos und zu Abholung bereit anbieten. Man kann sich auf foodsharing aber auch zum gemeinsamen Kochen verabreden, eine gute Möglichkeit, Rezepte auszutauschen oder einfach ein paar neue Leute kennen zu lernen. Die Grundidee des Foodsharings ist es zu Teilen und eine neue, ideelle Wertschätzung für Nahrungsmittel zu schaffen. Deswegen werden alle Lebensmittel unentgeldlich von den Mitgliedern und Mitgliederinnen zur Verfügung gestellt.

Seit Mai 2013 gibt es Foodsharing auch für den österreichischen Raum - http://at.myfoodsharing.org/ Nun kann man auch österreichweit Lebensmittel in einen elektronischen Essenskorb geben und verschenken oder nach Essenskörben in der Nähe suchen und schauen, ob man vielleicht das ein oder andere Lebensmittel brauchen kann.

Weiters gibt es so genannte FairTeiler organisierte Tauschplätze, wo man seine Lebensmittel abgeben oder abgegebene Lebensmittel mitnehmen kann. Den ersten FairTeiler in Wien gibt es in der BioWerkstatt in der Biberstraße 22, 1010 Wien.

Bis dato sind um die 2.700 ÖSterreicherInnen auf Foodsharing-Österreich registriert und um die 1.800 Kilogramm Lebensmittel konnten bereits gerettet werden. Doch je größer die Community wächst und aktiv Essen teilt, desto stärker werden Zeichen gegen Verschwendung und Überproduktion gesetzt. Und abgesehen von allen ethischen, ökologischen und ökonomischen Faktoren, Teilen macht Spaß! Es macht ein besseres Geühl sein Essen zu teilen als in die Mülltonne zu werfen.

Marie Steiner

Weitere Infos zum Thema:

http://www.tastethewaste.com/

http://www.we-feed-the-world.at/

http://www.wien.gv.at/umweltschutz/ab...akten.html

http://www.freegan.at/

http://www.foodsharing.de

http://www.ecology.at/files/kontexte/20004.pdf

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