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Werbeschmähs so weit das Auge reicht

Die gesamte City wird autofrei - so haben es die Verantwortliche Stadträtin Hebein und der ÖVP-Bezirksvorsteher heute äußerst werbewirksam verkündet.*

Die grüne Vizebürgermeisterin Hebein sprach, laut ORF-Online, von einem "historischen Moment", der grüne Verkehrssprecher Maresch von einem "klimapolitischen Meilenstein“. Ob es 20 oder 30 Ausnahmen gebe, sei noch offen, räumte Hebein auf Journalistennachfrage ein.

Wer jedoch einen Blick auf die Details wirft und hinter die Werbefassade blickt (siehe div. Berichte zum Thema von gestern), der/die wird erkennen, dass zwischen "autofreier City" und "autofreier City" doch ein großer Unterschied besteht.

Selbst SPÖ-Bürgermeister Ludwig gab gestern zu Protokoll: "Ich bin für Lösungen – nicht dafür, Schlagzeilen zu füllen." Ludwig weiters: Derzeit gebe es ja „zum einen die Ansage, es soll eine autofreie Innere Stadt geben, zum anderen höre ich, es soll ein Projekt geben mit 27 Ausnahmen, die in etwa den derzeitigen Ist-Stand beschreiben“.**

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die KPÖ plädiert seit vielen Jahren für sinnvolle Maßnahmen, um den motorisierten Individualverkehr zurück zu drängen. Insofern können wir dem Vorhaben durchaus etwas abgewinnen. Wenn der Kampf gegen den Klimawandel und seine lebensbedrohenden Folgen für Milliarden von Menschen ernsthaft angegangen werden soll, dann muss aber - dies ist auch dem Kollegen Maresch bekannt - noch an ganz anderen Stellschrauben kräftig gedreht werden, wie auch Organisationen wie Greenpeace, Global 2000, FridaysforFuture und andere Initiativen immer wieder in Erinnerung rufen.

Apropos Stellschrauben und Werbeschmähs: Kurz vor der Wahl schießen "Pop-Up-Radwege" wie die Schwammerl aus dem grauen Asphalt, "coole Straßen" mit Nebeldurschen werden errichtet, die Wiener SPÖ verkündet schon zum fünfzigsten Mal eine Wohnbau-Initiative uswusf.

Da können und da wollen auch einige Bezirke nicht zurückstehen. Medienwirksam haben jüngst die Bezirksvorsteher von Neubau (Markus Reiter von den Grünen) und Rudolfsheim-Fünfhaus (Gerhard Zatlokal, SPÖ) verkündet, dass im August ein "Erholungsgebiet" inkl. Swimming-Pool zwischen den Gürtelfahrbahnen in der Nähe des Westbahnhofs errichtet wird.***

Während manche WienerInnen fast jubelten, gaben andere zu bedenken, dass der "Erholungswert" zwischen insgesamt 8 vielbefahren Autofahrbahn-Spuren - gelinde gesagt - enden wollend sein wird. Ob kolportierte Kosten von rund 150.000 Euro sinnvoll investiert sind und ob ein Swimming-Pool mit rund 25 bis 30m2 mehr als Augenauswischerei ist, wurde auf Facebook ebenso heftig debattiert.

Anzumerken bleibt, dass das Bezirksparlament - zumindest in Rudolfsheim-Fünfhaus - über diese "Aktion" nur informiert wurde, die Bezirksvertretung dem Projekt aber weder zustimmen noch es ablehnen konnte.

* https://wien.orf.at/stories/3053505/

** https://wien.orf.at/stories/3053436/

* https://kurier.at/chronik/wien/baden-...aRZedL-QmA



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