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Die KPÖ fordert, das Wachstum der Produktivität an die Beschäftigten weiterzugeben

SozialesLaut WIFO und AK-Studien sind die Arbeitskosten in Österreich wieder gesunken; im EU-Schnitt liegt Österreich bei den Arbeitsstückkosten an letzter Stelle.

KPÖ-Wirtschaftsprecher Michael Graber fordert vor diesem Hintergrund einmal mehr, dass die Beschäftigten deutlich vom massiven Produktivitätswachstum profitieren sollen.

KPÖ-PD (Wien) - Wie das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) in seiner jüngsten Studie untermauert, sind in Österreich die Arbeitskosten deutlich gesunken. Laut WIFO kostete in Österreichs Sachgütererzeugung im Jahr 2004 die Arbeitsstunde 20,80 Euro und war damit um 2,25 Prozent billiger als im Durchschnitt der anderen 14 EU-Länder. Die Kosten der Arbeitsstunde setzen sich aus dem Nettolohn von 11,40 Euro und den so genannten Lohnnebenkosten - einer Sozialleistung - von 9,40 Euro zusammen. Auch der "Lohnnebenkostenersatz" (Lohnnebenkosten in Prozent des Nettoentgelts) wurde für die Wirtschaft billiger: Vor allem die deutlich gesunkenen Krankenstände, eine Folge des weit verbreiteten betrieblichen Angst- und Bedrohungsregimes, ließ diesen Kostenersatz um einen weiteren Prozentpunkt gegenüber 2003 sinken.

Die relativen Lohnstückkosten sind laut Angaben der Arbeiterkammer von 1996 bis 2001 sogar um 13,7 Prozent gesunken.

Verglichen mit Österreich ist der Faktor Arbeit in den west- und nordeuropäischen Ländern um 20 bis 35 Prozent teurer. Das ewige Lamento der Industrie und ihrer Lobbies, dass der Standort Österreich zu teuer sei, erweist sich vor dem Hintergrund dieser WIFO-Analyse als unhaltbar; immer wieder aus dem einzigen Grund vorgebracht, um Löhne und Gehälter der Beschäftigten weiter beschneiden zu können.

Alleine die Produktivität ist im Jahr 2004 um 5,6 Prozent gewachsen. Im Durchschnitt erhöhte sich die Produktivitätsleistung je Erwerbstätiger seit 2000 um drei Prozent, ohne dass dieser Zuwachs nur anähernd an die Lohn- und Gehaltsabhängigen, die sie erwirtschaften, weitergegeben wurde.

KPÖ-Wirtschaftsprecher Michael Graber fordert auf dem Hintergrund der WIFO-Studie einmal mehr, "dass sich die Gewerkschaften in den Verhandlungen mit den Arbeitgebern endlich und ohne falsche Rücksichten dafür engagieren sollten, dass die Beschäftigten deutlich mehr vom massiven Produktivitätswachstum profitieren als bisher".

Es gelte, konsequent gegen die ständigen Attacken auf die Lohnnebenkosten vorzugehen: "Lohnnebenkosten sind Sozialleistungen, eine Senkung ginge also auf Kosten des sozialen Netzes und damit zu Lasten der Lohnabhängigen. Pensions-, Arbeitslosen-, Unfall- und Krankenversicherung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Insolvenzfonds, Wohnbauförderung, Familienlastenausgleichsfond sind elementare Bestandteile des Einkommens und der sozialen Sicherheit der Lohnabhängigen", präzisiert Graber.

Die KPÖ fordert als Alternative zu den auf einen weiteren Sozialabbau zielenden Unternehmerinitiativen, die Bemessung der Unternehmerbeiträge für die Lohnnebenkosten nach der gesamten Wertschöpfung, statt wie bisher nach der reinen Lohnsumme. Ein existenzsicherndes Grunseinkommen sowie eine radikale Umverteilung von Reich zu Arm zählen zu den weiteren zentralen Säulen einer fortschrittlichen Wirtschafts- und Sozialpolitik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.

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