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Warum feministische Medien gebraucht werden

FrauenÖsterreich ist ein Land, das sich nicht gerade durch Medienvielfalt auszeichnet. Die meisten Menschen beziehen ihre Informationen noch dazu aus leicht konsumierbaren Blättern, wie Krone oder der unsäglichen Heute-Zeitung.

Die Redaktionen dieser u.a. Zeitungen sind zumeist von Männern besetzt, die Beiträge sind für Männer geschrieben, entsprechend sehen die Produkte aus, obwohl sie auch von Frauen gelesen werden. Frauen kommen darin vor als erfolgreiche Karrierefrauen, als Berühmtheiten auf der ersten Seite, als unfähige Mutter, die ihre Kinder verwahrlosen lassen, als Opfer männlicher Gewalt, als Sexobjekte oder als am Untergang von Männern Schuld tragende femmes fatales. Seriöse Berichterstattung, die den Beitrag von Frauen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sichtbar macht, sucht frau vergebens. Feminismus ist eine Vokabel, die die Journalisten dieses Landes nicht zu kennen scheinen. Frauen sollen bitteschön in der Selbst-Entfremdung bleiben.

Somit tragen die gängigen Medien zur Stabilisierung von Herrschaft bei. Sie steuern unseren Blick und unser Denken fast lückenlos und sehr selektiv. Darum verweigern sich politisch bewusste Frauen ihnen. Wir verweigern uns der Zurichtung auf das traditionelle Frauenbild, demnach sich unser Leben um Männer, Kinder, Schönheit und das Wohlbefinden aller anderen – nur nicht das eigene – zu drehen hat. Frauen sollen nicht zu denken anfangen und auch nicht weiter denken.

Vor 32 Jahren entstand mit der AUF die erste feministische Zeitschrift im deutschsprachigen Raum. Ich will dies zum Anlass nehmen, die Arbeit der unzähligen Frauen in den feministischen Medien zu würdigen. In dieser Wüste der öffentlichen Meinung sind es immer die feministischen Zeitungen gewesen, die für mich die Brücke zur Öffentlichkeit geschlagen haben.
Sie machen Frauen, ihre Arbeit, ihre Kämpfe sichtbar und das in Österreich und in anderen Ländern.
Sie reflektieren feministische Diskussionen und initiieren Debatten darüber.
Sie berichten über Angriffe auf unsere Rechte und Auswirkungen von politischen Entscheidungen auf Frauen.
Sie machen uns mit dem Denken unserer Schwestern aus früheren Jahrhunderten bekannt – u.v.a.m.

Der wichtigen Aufgabe, die feministische Medien objektiv und subjektiv für uns haben, stehen die realen Existenzbedingungen der von Frauen für Frauen gemachten Medien diametral entgegen. Entweder sind wir abhängig von mickrigen öffentlichen Zuwendungen, haben keine oder eine unzureichende Infrastruktur zur Verfügung, leisten unsere Arbeit unbezahlt, auf jeden Fall aber unterbezahlt. Das Geld kommt einfach nie unseres Weges.
Darum mein Aufruf: Kauft, lest, abonniert die feministischen Zeitschriften, die es (noch) gibt, setzt euch mit ihren Inhalten auseinander, arbeitet an ihnen mit, wenn es euch möglich ist. Verbreitet sie weiter. Sie heißen: AUF, an.schläge, Lesben-Frauen-Nachrichten, Frauensolidarität, [sic!] Forum für feministische GangArten und lila.

Hilde Grammel


Selbst-Präsentation von [sic!] Forum für feministische GangArten

Im November 1993 wurde [sic!] Forum für feministische GangArten als Nachfolgeprojekt der Stimme der Frau gegründet. Mit aktuellen Beiträgen zur österreichischen Innenpolitik, zu internationalen Entwicklungen, über Frauen in Wissenschaft, den neuen Medien, in Kunst und Kultur garantiert [sic!] eine feministisch-linke Perspektive und Information auf der Höhe feministischer Diskurse. Undemokratische Entwicklungen, im Speziellen jene, die Frauen betreffen, sowohl in Österreich als auch international gesehen, sind den Mitarbeiterinnen und Autorin der Zeitschrift ein Dorn im Auge.
Sie schreiben aber nicht nur an gegen Sexismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Demokratie- und Sozialabbau und die zunehmenden militaristischen Auswüchse der kapitalistischen Männergesellschaften in allen ihren jeweiligen Spielarten, sondern machen die Leistungen von Frauen, insbesondere von Feministinnen, in den genannten Bereichen der Politik, Wissenschaft, neuen Medien, Kunst und Kultur erst sichtbar.

Darüber hinaus ist [sic!] auch kritisch gegenüber jenen Geschlechtsgenossinnen, die meinen, Frau-Sein reiche als Programm und die sich dafür hergeben, die Geschäfte der Mächtigen zu erledigen. Ohne den leisesten Schimmer feministischen oder sozialen Bewusstseins wird im Interesse von Patriarchat und Kapital agiert, macht frau sich zur Protagonistin von konservativer Rückständigkeit und menschenrechtswidriger Asylpolitik, beschließt Sozialraubmaßnahmen mit und beschneidet bzw. zerstört so die Lebensgrundlagen anderer Frauen mit. Andererseits berichtet [sic!] auch über die Arbeit von Frauen in NGOs, die die Folgen patriarchaler und kapitalistischer Politik abzumindern bzw. zu reparieren versuchen.

Die Mitarbeiterinnen von [sic!] denken, dass eine andere Welt nicht nur nötig, sondern auch möglich ist. Eine Welt, in der Frauenrechte nicht mehr mit Füßen getreten werden und in der Frauen jene Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsrechte haben, die ihnen zustehen.
Die Unabhängigkeit zu denken und zu schreiben, was frau sieht, haben sich die Mitarbeiterinnen dadurch bewahrt, dass sie sich von keiner Institution abhängig gemacht haben. [sic!] finanziert sich – abgesehen von der Publizistikförderung und vereinzelten Inseraten – ausschließlich aus Abo-Beiträgen.
Redaktion: Ursula Kubes-Hofmann. Ständige Mitarbeiterinnen: Hilde Grammel, Susanne Hochreiter. Grafik und Layout: Gisela Scheubmayr

[sic!] erscheint 4 Mal jährlich. Ein Abo – das 6 Hefte umfasst – kostet Euro 32,70. Ermäßigtes Abo (für studierende, erwerbsarbeitslose, pensionierte Frauen): Euro 15,-. Abos und Probeexemplare von [sic!] zum Kennenlernen – können bestellt werden bei: Hilde Grammel, Rechte Bahngasse 8/10, 1030 Wien; Tel./Fax: 01/71 44 666
E-Mail: hilde.grammel@aon.at. Weitere Infos finden sich unter: http://sic.feminismus.at

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