Professionelle Pflege soll entwertet werden

Wednesday, 5. March 2008 @ 05:24

Vorerst wurde in der Debatte rund um die 24-Stunden-Betreuung zwischen Pflege und Betreuung unterschieden. Die gesetzlichen Änderungen, die vorgenommen wurden, hatten das Ziel, die bislang illegal erbrachte Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu legalisieren. Pflege würde weiterhin ausgebildeten Fachkräften vorbehalten bleiben, hieß es. Das soll nun anders werden. Künftig soll – gemäß den in Begutachtung befindlichen Gesetzesänderungen – nicht mehr eine abgeschlossene Ausbildung, sondern ein Gewerbeschein zum Setzen eines Blasenkatheters oder zur Wundversorgung eines Druckgeschwürs legitimieren.

Den PersonenbetreuerInnen, die ohne jede Ausbildung in der 24-Stunden-Betreuung tätig sind, werden also Aufgaben übertragen, die selbst Heimhilfen, die gerade bundesweit Aufschulungen besuchen müssen, nicht oder nur unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal erlaubt sind.

Sollten die geplanten gesetzlichen Änderungen in Kraft treten, dann wäre das eine massive Entwertung der Ausbildungsstandard für Diplomierte Pflegekräfte, PflegehelferInnen und Heimhilfen und würde zudem deren Arbeitsplätze gefährden und ihre ohnehin nicht hohen Löhne unter Druck bringen.


KPÖ Wien
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