KPÖ Wien
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2+2=7

InternationalDie LSR (Liga der Sozialistischen Revolution) hat aus aktuellem Anlass Gegenwart und Vergangenheit des Nahost-Konflikts untersucht. Doch damit nicht genug. Das "Politische Büro der LSR", welches ja in der Verkündigung von unumstößlichen Wahrheiten nie zögerlich ist, bewirbt auch einmal mehr sehr weitgehende Schlußfolgerungen. Aber lassen wir die Revolutionäre der LSR selbst zu Wort kommen:

"(...) alle bisherigen Kriege zwischen Israel und arabischen Staaten – 1948, 1956, 1967, 1973, 1982 sowie die beiden Intifada‘s 1987-1994 sowie seit 2000 – (waren) gerechte Kriege seitens des arabischen Lagers und reaktionäre Krieges seitens Israels."

"Die Liga der Sozialistischen Revolution und die LFI treten für den militärischen Sieg aller palästinensischen Kräfte ein, die heute Widerstand gegen die israelische Aggression leisten und verteidigen die Hamas ganz klar gegen die israelische Aggression."

"Die Unterstützung ihres militärischen Kampfes beinhaltet allerdings keinerlei politische Unterstützung für diese Organisationen. (...) (Die LSR bekämpft die politische Führung der Hamas) über die Widerstandsbewegung mit einem alternativen Programm."

"Unabhängig davon, welche politischen Vorstellungen die reaktionäre kleinbürgerliche Führung von Hamas hat, repräsentiert ihr Kampf gegen die zionistische Aggression die Entschlossenheit vieler Millionen AraberInnen zum Widerstand gegen Besatzung und Armut."

"Der Krieg ist von Seiten Israels ein reaktionärer Angriffskrieg im Dienste der imperialistischen Großmächte und ihres „Krieges gegen den Terror“. Er ist ein gerechter Verteidigungskrieg von Seiten des palästinensischen Widerstandes. Wir treten daher für den Sieg des palästinensischen Widerstandes und für die Niederlage Israels ein."

"Ein Sieg für die israelische Kriegsmaschinerie wäre ein Sieg für die Kriegstreiber in Tel Aviv und den gesamten Imperialismus. Ein Rückschlag Israels hingegen wäre ein Sieg für die weltweite Antikriegsbewegung, die ArbeiterInnenbewegung und alle um Freiheit kämpfenden Völker."

"Andere Linke beziehen eine neutrale Haltung und sehen Israel und den palästinensischen Widerstand als gleichermaßen „aggressiv“. Ihre Konsequenz ist eine pazifistische Haltung, d.h. sie rufen für Gewaltlosigkeit sowie eine Zwei-Staaten-Lösung auf. Diese Haltung ist naiv. (...) Bewaffneten Widerstand abzulehnen bedeutet somit die Recht auf Widerstand insgesamt massiv einzuschränken und indirekt die israelische Militärmaschinerie zu unterstützen."

"Israel als ein von seinem ganzen Wesen her rassistischer Apartheidstaat muss beseitigt werden. Nur auf der Basis einer internationalen sozialistischen Revolution kann die nationale Frage gelöst werden und alle Flüchtlinge können wieder in ihre Heimat zurückkehren bzw. eine entsprechende Wiedergutmachung erhalten."

"Eine Unterstützung von Linken für eine Zweistaaten-Lösung ist gleichbedeutend mit der Akzeptanz des historischen Verbrechens am palästinensischen Volk, nämlich seiner Vertreibung seit 1948/49."

Die palästinensische Führung um Präsident Abbas, die laut LSR "als Lakai des Imperialismus" tätig ist, wird sich ob der Kritik ebenso krämen wie sich die Hamas ob der Massenagitation von LSR-Gesandten im Gazastreifen und im Westjordanland sabotiert fühlen wird - große Schritte vorwärts sind also gemacht. Aufbauend auf diesen Etappen-Siegen kann die Dreifaltigkeit aus "weltweiter Antikriegsbewegung, ArbeiterInnenbewegung und der um Freiheit kämpfenden Völker" sich von der Hamas beschämen lassen, in dem diese sich - gestärkt vom Sieg über die gottlosen Lakaien der USA - von einfachen religiös inspirierten Lösungsmustern für komplexe gesellschaftliche Probleme abwendet und auf einen bi-nationalen sozialistischen Staat orientiert.

Die Zitate (alle Aussagen sind dem "Red Newsletter 372" entnommen) sprechen für sich - weitere Anmerkungen zum "Misch-Masch" aus teilweise adäquater Wahrnehmung der Realität (der Frage-Antwort-Marathon umfaßt mehrere Seiten), Vorurteilen und dogmatischen Glaubenssätzen, aufgeputzt durch Schlagwörter aus dem marxistischen Fundus, erübrigen sich.
Wer davon überzeugt ist, dass - "unabhängig davon, welche politischen Vorstellungen die reaktionäre kleinbürgerliche Führung von Hamas hat" - der militärische Kampf der Hamas bedingungslos unterstützt werden muss, dem ist mit Argumenten nicht beizukommen. Wer meint 2+2=7, der/die lässt sich nicht vom Gegenteil überzeugen.

Sepp Haller

Siehe auch den Beitrag "Radikale Phrasen und die bittere Realität" -
http://wien.kpoe.at/news/article.php?story=20060130151513839



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