Armutsbekämpfung á la SPÖ-Wien

Tuesday, 20. July 2010 @ 08:50

Die Wiener Mindestsicherung "ist ein Meilenstein in der Sozialpolitik" - verkündet die SPÖ-Sozialstadträtin Sonja Wehsely in der letzten Ausgabe von "wien.at", einem Gratis-Blatt der Gemeinde Wien, welches monatlich an alle 950.000 Wiener Haushalte ergeht.

Wehsely weiters: "Die Bekämpfung und Vermeidung von Armut ist das wichtigste Ziel der Bedarfsorientierten Mindestsicherung. Damit werden die hohen Wiener Sozialstandards österreichweit Realität".

Wie Menschen mittels einem maximalen Monatseinkommen von 744 Euro aus der Armutsfalle rauskommen können, wissen einzig und allein Wehsely, Häupl und all jene SPÖ-Stadträte, die rund 15.000 Euro brutto pro Monat verdienen. Caritas-Präsident Küberl und unzählige NGOs aus dem Sozialbereich haben die 744,- Euro jedenfalls als absolut unzureichend kritisiert - nicht zuletzt weil laut offiziellen Zahlen schon im Jahr 2007 die Armutsgrenze für einen 1 Personen Haushalt bei 951,- Euro im Monat lag.

Didi Zach, designierter Spitzenkandidat der KPÖ zur Gemeinderatswahl: "Ich sehe zwei mögliche Erklärungen für die Realitätsverweigerung der Wiener Spitzenfunktionäre der SPÖ, welche sich ja nicht nur an diesem Beispiel zeigt. Entweder glauben Wehsely, Brauner, Häupl & Co selbst schon all den Schmarrn, welchen Sie verzapfen, weil Sie schon hunderte Male die G´schichten von der `Sozialhauptstadt Wien´ und `Wien ist anders´ aufgetischt haben. Oder aber die SP-Granden agieren nur mehr nach den Marketing- und Verkaufswerbungs-Vorgaben von so genannten Politik-Beratern. Beide Erklärungen sind aber, so würde ich meinen, kein Kompliment für die menschlichen und politischen Qualitäten der Wiener SPÖ-Führung."

Zur Realitätsverweigerung der SPÖ, die gerne mit großen Vokablen um sich wirft, siehe auch Meilenstein um Meilenstein


KPÖ Wien
http://wien.kpoe.at/article.php/2010071620505281