SPÖ-Woller: "Vereinigte Bühnen Wien sind ein einmaliges Erfolgsprojekt"

Thursday, 16. December 2010 @ 16:39

"Weil die Vereinigten Bühnen Wien so erfolgreich sind, können die Subventionen auch für das kommende Jahr wieder geringfügig gekürzt werden. Es wird 2011 Unterstützung in der Höhe von 37,1 Millionen Euro statt 37,3 Millionen Euro im vergangenen Jahr geben. Diese Unterstützung fließt übrigens dank des sensationellen Erfolges der Vereinigten Bühnen 2,4-fach in die Wiener Wirtschaft zurück," so SPÖ-Kultursprecher Ernst Woller.

KPÖ-Landessprecher Didi Zach: "Ich bin, wie bekannt, kein Experte für Kulturpolitik. Insofern wage ich im konkreten auch nicht zu beurteilen, ob die Subventionen für die Vereinigten Bühnen gerechtfertigt oder überzogen sind. Wenn aber SPÖ-Kulturpolitiker die Vereinigten Bühnen als einmaliges Erfolgsprojekt bezeichnen, obwohl Jahr für Jahr Subventionen in Millionenhöhe notwendig sind, so beleidigt dies meinen Hausverstand." Das Argument der "Umweg-Rentabilität" lässt Zach nicht gelten: "Umweg-Rentabilitäts-Berechnungen sind seit einigen Jahren sehr in Mode. Auch beim Donauinselfest, welches Jahr für Jahr Millionen-Subventionen auf Kosten der Steuerzahler erhält, wird dieses Argument ja immer strapaziert. Ob es sich bei diesen `Berechnungen´ um mehr als um Schätzungen, um mehr als um Futteraufbereitung für die PR-Apparate von Parteien und Verbänden handelt, lässt sich oft aber nur sehr schwer sagen. Zudem bleibt die Frage, wer konkret von einem konkreten Projekt profitiert, da die `Wiener Wirtschaft´ ja nur als Abstraktum existiert. Profitieren 4 und 5 Sterne Hotels und Spitzengastronomiebetriebe von gewissen Kultursubventionen oder profitieren kleine Hotels, kleine Gastwirtschaften, kleine Gewerbebetriebe, denen damit zugleich geholfen wird, ihren Nahversorgerauftrag zu erfüllen."

Zach fragt sich zudem, wann die SPÖ endlich mit Umweg-Rentabiltätsschätzungen bzgl. der Unterstützung für kleine Gewerbetreibende in den Außenbezirken, für Nahversorger, für alternative Kunst- und Kulturprojekte aufwartet. Und was wird, fragt Zach, "die SPÖ schlußfolgern, wenn der Rentabilitätskoeffizient bei der Unterstützung solcher Projekte höher ist als bei der Subventionen für die Vereinigten Bühnen? Wird die SPÖ dann mit kunsttheoretischen und kulturphilosophischen Begründungen aufwarten?"

Zurück zu SPÖ-Gemeinderat Woller, der festhält: Tatsache ist, "dass wir alles in allem auf ein höchst erfolgreiches Jahr für die Vereinigten Bühnen Wien zurückblicken und diese Erfolgsgeschichte wird auch im kommenden Jahr mit reduzierten Subventionierungen fortgeschrieben werden." Ob sich Woller der Drohgebärde seiner Aussage bewußt ist, darf jedoch bezweifelt werden.

Zum Thema siehe auch ORF-On Bericht über den Umfaller der Grünen beim Thema Vereinigte Bühnen Wien


KPÖ Wien
http://wien.kpoe.at/article.php/2010121522390433