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303.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren waren 2019 armuts- oder ausgrenzungsgefährdet

Im Jahr 2019 - also noch vor Corona und den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie - waren laut Statistik Austria 1.472.000 Menschen oder 16,9% der Bevölkerung in Österreich armuts- oder ausgrenzungsgefährdet.

"Auch 303.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren lebten 2019 in Haushalten mit Ausgrenzungsgefährdung. Sie waren dadurch in vielen Bereichen von sozialer Teilhabe ausgeschlossen. Wie Daten des EU-SILC-Sondermoduls 2019 zeigen, gibt es vor allem im Bereich der Bildung auch Übertragungseffekte zwischen den Generationen: Rund jede vierte Person (27%) aus einer formal bildungsfernen Familie (Eltern mit höchstens Pflichtschulbildung) hat später selbst nur eine Pflichtschule absolviert und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit für geringes Einkommen und mangelnde Teilhabechancen. (...) Das Risiko, Armut und soziale Ausgrenzung zu erfahren, ist für Personen aus bildungsfernen Familien um das 1,4-fache höher als für alle übrigen."* Die Schlußfolgerung Bildung schützt vor Armut, auch wenn dies hier suggeriert wird, greift aber ziemlich sicherlich zu kurz.
Angeblich, so steht es zumindest in der Aussendung der Statistik Austria, hat sich die "Zahl der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten in Österreich von 1.699.000 (20,6%) im Jahr 2008 auf 1.472.000 (16,9%) im Jahr 2019" verringert.

Die EU-SILC 2019-Daten zeigen zudem: 60% der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, in deren Haushalten eine Person langzeitarbeitslos ist, sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Auch wenn eine Person im Erwerbsalter eine Behinderung aufweist (34%), ist eine erhöhte Armutsbetroffenheit bei Kinder und Jugendlichen festzustellen.

Weiters wird festgehalten: "Für Kinder bis 15 Jahren aus armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Haushalten ist es häufiger nicht leistbar, Freunde zum Spielen oder Essen einzuladen (8% gegenüber 2% in Haushalten ohne Ausgrenzungsgefährdung). Andere Freizeitaktivitäten wie Sport- oder Musikkurse, die mit Kosten verbunden sind, können ebenfalls seltener in Anspruch genommen werden: 22% der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten können sich das für ihre Kinder nicht leisten (gegenüber 3% ohne Ausgrenzungsgefährdung). Aus finanziellen Gründen keinen PC im Haushalt haben 36% aller unter 18-jährigen Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten, aber nur 10% aller anderen Jugendlichen."

Ps.: Die aktuelle Armutsgefährdungsschwelle (60% des Median-Einkommens) beträgt 1.286€ monatlich für einen Einpersonen-Haushalt. Der Höchstsatz der bedarfsorientierten Mindestsicherung hat 2019 mickrige 885,47 Euro für einen Einpersonen-Haushalt beträgen.

PPs.: Bzgl. der Frage inwiefern die EU-Silc Armutsdefinition der Realität gerecht wird oder nicht siehe http://wien.kpoe.at/article.php/-noch...-der-armen


Zum Thema sieh auch

http://www.armutskonferenz.at/armut-i...ahlen.html

https://oesterreich.orf.at/stories/3050750/

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