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AMS-Wien: "Fast die Hälfte der Arbeitslosen hat nur die Pflichtschule abgeschlossen"

Was sich im Titel der OTS-Meldung schon andeutet, wird danach auf den Punkt gebracht. „Für Menschen ohne jede berufliche Ausbildung gibt es in Wien kaum noch Jobs – und damit nur schlechte Chancen für eine stabile Erwerbskarriere“, sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl.

"Gut qualifizierte Arbeitskräfte werden in Wien gesucht" (was gar seltsam ist, wenn in Wien bei fast 150.000 Arbeitslosen nur knapp 8000 als offen gemeldete Stellen existieren), so die Meinung von Draxl - daher unterstütze das AMS auch alle, "die daran denken, einen Lehrabschluss nachzuholen, denn sie verringern ihr Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, signifikant.“

Nun ist zwar löblich, dass das AMS Menschen ohne Lehrabschluss unterstützt. Und es stimmt auch, dass die Arbeitslosenquote von AkademikerInnen wesentlich unter dem Gesamt-Wert liegt.



Doch die AMS-Headline suggeriert zugleich gekonnt, dass Arbeitslosigkeit primär ein Problem von Menschen mit geringer schulischer Ausbildung ist und zudem wohl, so darf der/die LeserIn selbst schlussfolgern, Resultat von deren "Lernfaulheit" bzw. angeblicher Dummheit wäre. Tatsache ist jedoch, dass auch jene, die angeblich eine fundierte Bildung und Ausbildung haben, von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache bzgl. dem Märchen Qualifikation schützt vor Arbeitslosigkeit. Im Dezember 2007 waren 7.304 AbsolventInnen von Universitäten und Hochschulen in Österreich als arbeitslos gemeldet, im Dezember 2010 waren es 9.658 AbsolventInnen, im März 2012 waren 9.513 und im Oktober 2013 waren 12.513 Uni- und Hochschul-AbsolventInnen arbeitslos.

Die neuesten Zahlen (August 2016) weisen österreichweit 19.413 arbeitslose Uni- und Hochschul-AbsolventInnen aus, wobei über die "versteckte Arbeitslosigkeit in diesem Bereich", über "prekäre Beschäftigung und Bezahlung" und über ausbildungsfremde Tätigkeiten (Stichwort: Uni-AbsolventInnen als TaxifahrerInnen) nur spekuliert werden kann.

Übrigens: eine überdurchschnittliche formale Berufsausbildung schützt auch nicht vor schlechter Bezahlung. Und auch die Lohnschere zwischen Männer- und Fraueneinkommen wird aufgrund einer höheren Qualifizierung nicht außer Kraft gesetzt.

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