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Bildung als Wunderwaffe gegen Ausgrenzung und Armut?

ÖsterreichVertreter des Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben Österreich bei der neunten „Sozialenquete“ in Sachen Einkommensungleichheit ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, denn die Einkommen zwischen Männern und Frauen sowie Jung und Alt gehen immer weiter auseinander. Als Lösung wird "mehr Bildung" propagiert.

Nun ist zwar unbestreitbar, dass die Zahlen zeigen, dass Personen ohne Ausbildung und mit niedrigem Qualifikationsniveau von Arbeitslosigkeit und Niedrigeinkommen am schlimmsten betroffen sind. Bildung als Wunderwaffe zu propagieren, wie dies auch SozialdemokratInnen und Grüne tun, übersieht jedoch, dass bei einem begrenzten Angebot an bezahlter Lohnarbeit und/oder in Zeiten von geringem Wirtschaftswachstum sich natürlich auch der Verdrängswettbewerb am Arbeitsmarkt verschärft und mehr Bildungsanstrenungen der Betroffenen diesen vielleicht ein persönliches Ausbrechen aus einem prekären Zustand ermöglichen, sich aber am gesellschaftlichen Problem rein gar nichts ändert.

Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien und Aktivist von Wien Anders: "Die eigentliche Ursache für die immer ungleichere Einkommensverteilung und insbesondere für das Faktum, dass einige wenige Milliardäre immer reicher werden, während hunderttausende Menschen auch in Österreich kaum mehr über die Runden kommen, liegt im Kapitalismus. Innerhalb dieses Systems können bzw. könnten zwar allerhand nützliche Korrekturen durchgeführt werden, welche die Situation für viele Menschen qualitativ verbessern würde - sei es durch eine radikale Arbeitszeitverkürzung, die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens oder aber durch einen streng reglementierten Wohnungsmarkt. Doch zugleich werden die kapitalistischen Strukturmechanismen solche politisch erkämpften Errungenschaften immer wieder auf´s neue in Frage stellen, weil damit ja der Profit für einige wenige und die daraus resultierende ökonomische und politische Macht für einige wenige beschnitten wird. Dies heißt andererseits - wer eine wirklich gerechte Gesellschaft will, wird nicht darum herumkommen, darzulegen, dass der Kapitalismus, der des Profits willen im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, beseitigt werden muss."

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