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Bringt die Sonntagsöffnung allen was?

Ende Dezember letzten Jahres präsentierte Hobby-Philosoph und ÖVP-Klubobmann Blümel neue Ideen. Geschäfte sollen die Möglichkeit haben rund um die Uhr aufzusperren, an sieben Tagen in der Woche.

Dazu gibt es auch eine Kampagne, in welcher Blümel behauptet die Sonntagsöffnung bringe "Mehr Arbeitsplätze, mehr Umsatz, mehr Einkommen".

Kritik gab es prompt von den eigenen Parteifreunden. „Blümel ignoriert dabei freilich völlig die Bedürfnisse der 125.000 Beschäftigten im Handel sowie der zahlreichen Klein- und Mittelbetriebe, bei denen die Unternehmer selbst im Geschäft stehen müssen“, kritisierte der FCG-ÖAAB-Fraktionsführer in der Arbeiterkammer Wien und FCG-Landesgeschäftsführer Fritz Pöltl.

Blümel, so Pöltl weiters, "ist sich offenbar nicht im Klaren, dass er damit auch gegen die Interessen zahlreicher Wähler der Volkspartei agiert“, denn profitieren würden lediglich Großkonzerne, "die in Österreich noch dazu fast keine Steuerleistung erbringen".

Unbestrittene Tatsache ist, dass sich in einer Urabstimmung, die 2015 durchgeführt wurde, 95,9 Prozent der Beschäftigten im Wiener Handel klar gegen die Sonntagsöffnung ausgesprochen.

Die Wiener Allianz für den freien Sonntag (der auch der Wiener Katholische Familienverband angehört) spricht sich ebenfalls seit Jahren klar gegen die teilweise Sonntagsöffnung bzw. die Zulassung von Tourismuszonen in Wien aus.

"Touristenzonen" lehnt auch der Katholische Familienverband entschieden ab. Sollte sich die Sonntagsöffnung in einzelnen Bezirken durchsetzen, so bestehe die Gefahr eines Dominoeffekts: "Einkaufszentren werden nicht tatenlos zusehen und ebenfalls erweiterte Öffnungszeiten fordern, gefolgt von anderen Einkaufsstraßen in Wien."

Der Allianz für den freien Sonntag sei vor allem der Schutz der betroffenen Kolleginnen und Kollegen ein Anliegen, die durch eine Sonntagsöffnung noch weniger Zeit für ihre sozialen Kontakte hätten. "Ein paar Euro an Sonntagszuschlägen sind kein Ersatz für fehlende Gemeinschaft in der Familie und Nachteile für die gesamte Gesellschaft", so die Wiener Sonntagsallianz.

Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreich (KFÖ), wird zitiert mit den Worten: "Viele Menschen sorgen auch Sonntags dafür, dass die Infrastruktur funktioniert. Wir setzen uns aber bewusst dafür ein, das diese Tätigkeiten Ausnahmen bleiben und Arbeit am Sonntag nicht zur gesellschaftlichen Regel wird."

Statisch belegbar ist, dass sich in der EU die Anzahl der Beschäftigten, die regelmäßig am Sonntag arbeiten müssen, in den letzten 20 Jahren um fast 60% erhöht hat. Regelmäßige Sonntagsarbeit bedeutet aber - so Studien - eine Gefährdung bei der Arbeitssicherheit durch ein 30% höheres Unfallrisiko und eine deutlich geringere Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen.

Überall in Europa sei zudem festzustellen, "dass Unternehmen nicht bereit sind, Zuschläge zu zahlen, wenn Sonntagsarbeit einmal zur Regel geworden ist", so Oliver Röpke vom ÖGB-Europabüro in Brüssel.

Noch was: Laut einer Erhebung der Wirtschaftskammer Wirtschaftskammer würden durch Tourismuszonen 800 Arbeitsplätze geschaffen. Die Gewerkschaft bezweifelt das Argument der "zusätzlichen Umsätze", da die Wirtschaftskammer ihre Studie bis dato nicht veröffentlicht hat.

Zum Thema siehe auch ÖVP-Chef Blümel: Scharfmacher und Hobby-Philosoph

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