Es ist höchste Zeit, dass wir auch drogenpolitisch im 21. Jahrhundert ankommen.

Tuesday, 11. October 2016 @ 11:55

Auf Betreiben unseres Ottakringer Bezirksrats Fritz Fink beschloss die Bezirksvertretung bei ihrer letzten Sitzung folgende Resolution: "Die Bezirksvertretung Ottakring spricht sich für einen umfassenden Diskurs in Bezug auf die gesetzlichen Möglichkeiten im Umgang mit Cannabis auf der Landes- und Bundesebene aus. Neue Erkenntnisse mit der Freigabe von Cannabis aus anderen Ländern wie z.B. Portugal sollen in diese Diskussion einfließen und von der Stadt Wien in den Gremien auf Bundesebene eingebracht werden."

Dass selbst dieser Anstoß zu einem Diskussionsprozess nicht von allen Parteien unterstützt wurde (FPÖ und ÖVP stimmten dagegen), ist exemplarisch für den „österreichischen Weg“ im Umgang mit Drogen. Wir reden nicht darüber, wir verbieten es einfach. Wien Anders geht es jedoch nicht nur um die Diskussion einer schrittweisen Legalisierung von Cannabis; sondern viel mehr noch um eine sachliche, enttabuisierte Diskussion über die Gesellschaft und ihr Verhältnis zu Rausch und Drogen im Allgemeinen. Jährlich sterben tausende ÖsterreicherInnen an den Folgen von exzessivem Alkoholkonsum. Auf der ganzen Welt wird nur in Litauen mehr getrunken als in Österreich. Während Alkoholabhängigkeit bagatellisiert, ja oft zelebriert wird, führen die Bierkrug- und Fahnenschwenker Österreichs (FPÖ und ÖVP) einen fast wahnhaften Feldzug gegen aufkommende Liberalisierungstendenzen bei Cannabis und anderen weichen Drogen. Unterstützt werden sie dabei vom Schweigen der übrigen Partien.

Wir meinen: Die Vernunft und Erkenntnis anderer Länder in denen Cannabis entkriminalisiert oder bereits legalisiert ist, sollte uns ein Wegweiser sein.


KPÖ Wien
http://wien.kpoe.at/article.php/es-ist-hochste-zeit--dass-wir-auch-droge