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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und bessere Bedingungen in der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Wien

Diesen Dienstag manifestierte sich eine Demonstration mit ca. 400 TeilnehmerInnen von MitarbeiterInnen des Krankenanstaltenverbundes Wien, zum Großteil aus der Pflege. Die Kämpfe gehen schon lange, um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne für MitarbeiterInnen im Gesundheitssystem der Stadt.

Patrick Kaiser, Intensiv-Krankenpfleger, Aktivist für KPÖ, GLB und „Liste Solidarität“ (die eine Streikfähigkeit im Krankenanstaltenverbund herstellen will), betonte in seiner Rede auf der Demonstration, dass es nicht selbstverständlich ist, so viele MitarbeiterInnen für einen Streik auf die Straße gehen zu sehen. Gerade im Gesundheitsbereich werden oft die institutionellen Mängel durch persönlichen Übereinsatz kompensiert, um die PatientInnen zu versorgen.

Weiter aus seiner Rede: Die Einsparungspolitik der Stadt Wien ist einerseits Austeritätskriterien der EU geschuldet. Andererseits liegen die Ursachen in einem System, dass nur auf Profit ausgerichtet ist. Öffentliche Dienstleistungen kosten Geld, und sollen rationalisiert werden. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen spüren dies am eigenen Leib: Sie werden immer mehr ausgepresst und ausgebrannt. Zusatzdienste sind an der Tagesordnung und immer mehr werden hauswirtschaftliche Tätigkeiten wieder auf die Pflege zurück übertragen.

Die Stadt Wien will ab 2020 ein Nulldefizit erreichen. Dies kann nur auf dem Rücken der Beschäftigten erreicht werden. Eine Ausgliederung des Krankenanstaltenverbundes aus dem öffentlichen Dienst ist nur eine Vorstufe der schleichenden Privatisierung des Gesundheitswesens.

Zu wenig Personal, schlechte Arbeitsbedingungen, Arbeitsmaterial, dass immer minderwertiger wird: So sieht es im Gesundheitswesen in Wien derzeit aus. Zudem wird im Krankenanstaltenverbund versucht, durch ein ungerechtes Besoldungsschema Erfahrung und langjährige Tätigkeit der MitarbeiterInnen zu bestrafen und damit das Personal zu spalten und etabliertes Personal zum Kündigen zu ermutigen. Denn man will vor allem – in einem neuen Gesetz geschaffene – Hilfskräfte anstellen, die die eigentliche Arbeit am Bett machen, während das marginale gut ausgebildete Personal diese nur mehr abnickt und die Verantwortung trägt.

Wir erleben wirklich die Gefahr, dass das Gesundheitssystem endgültig privatisiert und kaputtgespart wird.

Es gibt nur eine Lösung für das Personal im KAV: Widerständig sein, und endlich streiken! Mit Einschränkungen der Versorgung. Denn: Der Normalzustand ist das Problem, nicht ein Streik!

Die Beschäftigten im Gesundheitssystem in Wien brauchen eher heute als morgen: Eine deutliche Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gute Arbeitsbedingungen und Arbeitsmittel.
Das Gesundheitssystem ist eine Daseinsvorsorge, die vor Profitmacherei und Einsparungswahn geschützt werden muss. Das ist in unserem heutigen System nicht leicht. Darum geht es! Wir rufen alle Menschen, nicht nur die, die im KAV beschäftigt sind, auf, sich unseren Forderungen anzuschließen, denn irgendwann wird jeder ein – hoffentlich noch nicht kaputtgespartes - Gesundheitswesen in Anspruch nehmen müssen.

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