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Hetzgasse 8: Wie SPÖ-Politiker bei Wohnungs-Spekulation mitschneiden und Mieter vertreiben

Wiener Wahlen 2015Bezirksvorsteherstellvertreter Zabrana (SPÖ) arbeitet für und mit Immobilienentwickler, der Gründerzeithaus abreißen will

Wien (OTS) - Das Gründerzeithaus in der Hetzgasse 8 steht vor dem Abriss - und das, obwohl es noch bewohnt wird. Statt die Mieterinnen und Mieter vor der Immobilienfirma Soulier zu schützen, arbeitet der stellvertretende Bezirksvorsteher und Vorsitzende des Bauausschusses Rudolf Zabrana (SPÖ) just für jene Immobilienfirma, die das Spekulationsobjekt 15 Jahre verfallen ließ, um nun per Bescheid - und mit tatkräftiger Unterstützung des Bezirks - die letzten Mieter loszuwerden.

Dabei stellt sich uns die Frage: Hat sich der Bauträger das Wohlwollen des Bezirks erkauft? Denn Rudolf Zabrana - im Zivilberuf Architekt - ist nicht nur der Stellvertreter des Bezirksvorstehers in der Landstraße und Vorstand von gleich zwei Wohnbaugenossenschaften (Wohnbau und Familie). Er ist auch Gesellschafter der F + P Architekten ZT GMBH. Das ist dasjenige Büro, dass derzeit ein weiteres - ebenfalls äußerst umstrittenes - Projekt der Soulier Management GmbH plant.

Denn die Soulier Managment GmbH ist Eigentümerin nicht nur der Hetzgasse 8 Immobilienverwaltung GmbH & CoKG, sondern auch der Goldeggasse 19 GmbH & Co KG. Alle 3 Gesellschaften haben ihren Firmensitz in der Wollzeile 16. Soulier errichtet derzeit in der Goldeggasse 19 in Wieden unter dem Namen "Goldegg Gardens" 99 hochwertige Wohnungen und Stadtvillen. Auch dieses Projekt war, so wie das Haus in der Hetzgasse 8, höchst umstritten. Zahlreiche Anrainer und eine Bürgerinitiative machten sich dafür stark, das Gebäude der ehemaligen Bestattungszentrale und des Bestattungsmuseums zu erhalten und einem Nutzen mit gesellschaftlichen Mehrwert zuzuführen. Vergebens, die Bestattungszentrale wurde mittlerweile abgerissen, um dem Neubau Platz zu machen.

Auch in der Goldeggasse wurde also öffentliches Eigentum an Soulier verkauft, um profitmaximiert freifinanzierte Wohnungen "im gehobenen Standard" zu errichten. Dazu Wien anders Gemeinderatskandidat Christoph Ulbrich: "Auch hier trägt die Stadt Wien aktiv zur Gentrifizierung des letzten preiswerten Grätzls auf der Wieden bei. Misstrauisch macht mich, dass der Kaufpreis nicht veröffentlicht wurde. Die WienerInnen haben ein Recht darauf zu erfahren, wie viel - oder wie wenig - Geld der Verkauf in die Stadtkasse gebracht hat."

Besonders problematisch ist für Ulbrich allerdings das Naheverhältnis zwischen Bezirksvorsteher-Stellvertreter Zabrana zur Soulier Managment GmbH, dessen Firma für Soulier das Projekt in der Goldeggase umsetzt: "Als Vorsitzender des Bauausschuss ist Zabrana für die Bauvorhaben im Bezirk zuständig. Laut Unterlagen zum Projekt in der Goldeggasse arbeitet Zabrana persönlich für den Bauträger Soulier. Hier liegt eindeutig eine Unvereinbarkeit vor. Erst recht, wenn es sich um ein derart umstrittenes Projekt handelt."

Zurück zu Hetzgasse 8: Hier hat der Bezirk zum sogenannten Interessensbescheid, der - trotz aufrechter Mietverhältnisse - den Abriss des Hauses in der Hetzgasse zur Folge hätte, eine Stellungnahme abgegeben. Diese ist äußerst einseitig im Interesse des Bauträgers formuliert. Kein Wunder, arbeitet Zabrana doch auf der anderen Baustelle mit diesem zusammen. Der Erhalt der Altbauwohnungen mit Richtwert (statt freier) Miete in der Hetzgasse hat für die SPÖ ganz offensichtlich keinen Stellenwert. Wenn Wohnbaustadtrat Michael Ludwig den Kampf gegen Gentrifizierung und Verdrängung des Mittelstands ernst nimmt, muss er hier eingreifen. Wien Anders Gemeinderatskandidat Christoph Ulbrich abschließend: "Die Hetzgasse 8 ist ein weiteres eklatantes Beispiel für die strukturelle Korruption in Wien. Einmal mehr macht die SPÖ in ihrer politischen Praxis das Gegenteil von dem, was sie in der Öffentlichkeit propagiert."

Rückfragehinweis:
Sebastian Reinfeldt 0664 5142174

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