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Kanzler Kern, die SPÖ und der Klassenkampf

Am 1. September trat die 60-Stunde-Woche in Kraft. Barbara Novak, Landesparteisekretärin der SPÖ-Wien, kritisierte in einer Erklärung, dass diese Regelung ausschließlich den "Interessen der Industrie und der Großkonzerne" nutze. Novak kämpferisch und zugleich unkonkret: „Wir, als SPÖ Wien werden weiterhin gegen die Politik von Kurz und Strache kämpfen. Ein gesundes und faires Arbeitsklima, sowie ein gerechter und würdiger Umgang mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben für uns oberste Priorität. Wir stehen Seite an Seite mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt“.*

2 Tage später war SPÖ-Chef Kern in den Sommergesprächen zu Gast. Kern sprach dort aber KEIN WORT davon, dass die 12-Stunden-Tag-Regelung zurückgenommen werden müsse bzw. von einer SPÖ in Regierungsbeteiligung zurückgenommen werde. Kern forderte als Ausgleich zur gesetzlichen Erhöhung der Arbeitszeit einzig und allein Gespräche mit der SPÖ und den Gewerkschaften und die Einführung einer 4-Tages-Woche, die übrigens auch heute gesetzlich schon möglich ist.

Wahrscheinlich weil Kern Widerstand gegen den 12-Stunden-Tag als Klassenkampf begreift - für den Klassenkampf, so Kern (siehe Video), stehe er jedoch - auch als Antwort auf das "Drüberfahren der Regierung" - nicht zur Verfügung. Angeblich weil er, der Ex-Bundeskanzler, "das politische Konzept der Sündenböcke nicht bedienen (will)". Womit Kern sich eindeutig positioniert und er zugleich "Hetze und Rassismus" durch Rechtsradikale und Neonazis philosophisch und politisch auf eine Ebene stellt mit Kritik an den kapitalistischen Verhältnissen und ihren tagtäglichen schrecklichen Folgen für 99 Prozent der Weltbevölkerung.

The "Worst of" des Sommergesprächs gibt es noch geraume Zeit in der ORF-Videothek zum Nachschauen - https://tvthek.orf.at/profile/Sommerg...e/13987808

* https://www.ots.at/presseaussendung/O...-realitaet

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