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Kriminalstatistik 2016: Die Angstmache der Schundblätter geht weiter

Gestern wurde die Kriminalstatistik für 2016 präsentiert. Das Ergebnis: 2016 gab es in ganz Österreich 537.792 Anzeigen. Dies stellt gegen 2015 zwar einen Anstieg um 3,8 Prozent dar, aber zugleich liegt der Wert deutlich unter den fast 600.000 Anzeigen im Jahr 2007 oder 2009.*

Die Angstmache der Schundblätter geht aber weiter, auch wenn die Zahlen zeigen, dass kein Grund zur Panik besteht.

Die Häufigkeitszahl – darunter verstehen Statistiker die international vergleichbare Quote der Anzeigen je 100.000 Einwohner – "lag bei 6.151 und damit dem zweitniedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen."**

Ein Blick in die Details zeigt zudem: Um zehn Prozent gingen Diebstahlsanzeigen von Kraftfahrzeugen zurück, Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser gingen gar um 16,4 Prozent zurück. Cybercrime-Delikte hingegen haben um fast ein Drittel zugenommen, eine Zunahme von 10,9 Prozent gab es bei Wirtschaftskriminalität.

Zugenommen haben - leider - auch Gewaltdelikte (inkl. leichter Körperverletzung) - die Zahl der angezeigten Fälle stieg von 40.333 im Jahr 2015 auf 43.098 im Jahr 2016.*** Bei 36.426 Anzeigen handelt es sich um "leichte Körperverletzung".****

ORF-Online schreibt dazu: "Fürchten muss man sich laut den Zahlen aber vor allem vor vertrauter Umgebung: Zwei von drei Gewalttaten sind Beziehungstaten (wo sich Opfer und Täter also kennen - Seite 27 des Berichts). Der Anstieg ist vorwiegend durch mehr leichte Körperverletzungen begründet, begangen zu einem Gutteil unter Asylwerbern an anderen Asylwerbern in konfliktträchtigen Wohnsituationen wie Massenquartieren."

Laut Statistik sind die Strafanzeigen gegen Asylwerber um sehr bedenklich erscheinende 54,2 Prozent (22.289 Anzeigen) gestiegen - leider finden sich jedoch keine Zahlen, die die Strafanzeigen zur Gesamtzahl von anwesenden AsylwerberInnen in Bezug setzen. Laut Standard, der auf parlamentarische Anfragen verweist, dürften sich im November 2016 rund 65.000 Asylwerber in Grundversorgung befunden haben - im April 2015 waren es nur rund 35.000.

Dargelegt wird aber, welches die angezeigten Haupt-Delikte unter AsylwerberInnen sind: Auf Platz eins rangiert Diebstahl mit 4684 Tatverdächtigen, gefolgt von Körperverletzung (3.551 Anzeigen) und Suchtmitteldelikten (3.310 Anzeigen).

Die Analyse der Opfer von Straftaten begangen durch Asylwerbende zeigt auch, dass es sich bei der großen Mehrheit der Opfer um Asylwerbende (3.653 von 6.121 Opfer) handelt, Einheimische der 2, 3 oder 5 Generation, egal ob in St. Johann, Fürstenfeld, Linz oder Wien zu Hause, eigentlich ruhig schlafen können (Seite 45).

Selbst Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamtes, hat bei der Pressekonferenz festgestellt, dass es sich "primär um intrakulturelle Auseinandersetzungen (oftmals „Raufereien und Schlägereien mit Stichwaffen“) handelt und rund 75 Prozent der Straftaten quasi in der eigenen Schicksalsgemeinschaft verübt werden.

Zudem gilt es die Kategorie "Ausländer" (Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft) genauer zu betrachten. Zwar hält die offizielle Kriminalstatistik fest, dass vier von zehn Tatverdächtige Fremde waren, aber zugleich ist Tatsache, dass nur rund "jeder zwölfte angezeigte Fall" (also rund 8 %) Asylwerber und Asylwerberinnen betroffen hat.

Die Liste der "fremden Tatverdächtigen" wird angeführt von Menschen mit rumänischer Staatsbürgerschaft - aber schon auf Platz 2 folgen Deutsche, auf Platz 3 serbische und auf Platz 4 türkische StaatsbürgerInnen. Aber auch Ungarn, Slowaken und Angehörige der Russischen Föderation stehen bei mehr als 12.000 Fällen unter Strafverdacht (Seite 44) - Syrer kommen dagegen nicht in den Top 10 vor.

Wenn also die Schundblätter, die FPÖ und die Hetzer in der ÖVP gegen die "Straftäter fremder Herkunft" konsequent vorgehen wollen, dann muss logischer Weise Österreich aus der EU austreten, alle EU-BürgerInnen und alle "Nicht-Staatsbürger" müssen ausgewiesen und der gesamte Tourismus muss unterbunden werden. Denn all diese "Straftäter fremder Herkunft" stellen eine potentielle und reale Gefahr für die Sicherheit dar. Doch Grenzzäune und Obergrenzen für TouristInnen fordern weder das Boulevard noch Strache, Sobotka und Blümel.

Nochmals: Laut Bericht wurden 270.160 Tatverdächtige ausgeforscht - davon waren rund 105.000 Fremde, aber nur 22.289 Tatverdächtige waren Asylwerbende. Und: die Kriminalitätsstatistik ist eine Anzeigenstatistik, die keine Aussage über rechtsstaatlich schuldig gesprochene Täter trifft.

Zum Thema siehe auch https://www.facebook.com/wienandas/po...42096102:0

* http://www.bmi.gv.at/cms/cs03documentsbmi/1982.pdf - Seite 14
** http://derstandard.at/…/Zahl-der-Stra...orjahr-um…
*** alle Zahlen laut http://orf.at/stories/2382147/2382148/
**** http://www.bmi.gv.at/cms/bmi/_news/bm...amp;view=1

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