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ÖH Wahlen 2013: 10 Fragen an Jennifer Zach von KSV-LiLi

“Vorweg – meine Mutter finanziert mir mein Studium nicht. Ich komme aus einer sehr großen Familie und kann mich daher nicht auf die finanzielle Unterstützung durch diese verlassen”, meint Jenni Zach von der KSV-LiLi im neuwal Interview.

Bei der Liste KSV-LiLi gibt es keine Spitzenkandidat_innen, sondern ein Öffentlichkeitsarbeitsteam. Der sichtbare Teil dieses Teams besteht aus Jenni Zach und Klemens Herzog.

Was studierst du, wo und warum?

Jenni Zach: Internationale Entwicklung auf der Universität Wien. Ich hab mir IE ausgesucht, weil es eine der letzten gesellschaftskritischen Studienrichtungen ist/war und nicht so sehr auf Marktkompatibilität ausgerichtet ist. Leider muss ich meinen Bachelor aber schleunigst beenden (dieser wurde 2012 abgeschafft), denn kritisches Lernen und Lehren zu fördern, gehört nicht zu den Zielen des Rektorats.

Wie wohnst du?

Jenni Zach: In einem 18m2 Zimmer – in einem Außenbezirk. Dort wie überall ist die Miete viel zu teuer, weil die rot-grüne Stadtregierung nicht mehr in den sozialen Wohnbau investiert.

Wie finanzierst du dein Studium?

Jenni Zach: Vorweg – meine Mutter finanziert mir mein Studium nicht. Ich komme aus einer sehr großen Familie und kann mich daher nicht auf die finanzielle Unterstützung durch diese verlassen. Ich bekomme Studienbeihilfe und arbeite in einem prekär bezahlten Job und gelegentlich als Freelancerin.

Bist du eher Genießer oder Streber?

Jenni Zach: Sehr gerne wäre ich lieber Genießerin, aber das erlauben die momentanen gesellschaftlichen Verhältnisse nicht. Daher strebe ich eine Gesellschaft an in der Alle genießen können. Für das schöne Leben!

Die Hauptaufgabe der ÖH ist…

Jenni Zach: …Gegenpol zum reaktionären gesellschaftlichen Mainstream zu sein. Dazu gehört natürlich auch den Studierenden Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.

Zum Thema Cafè Rosa: Wenn du eine halbe Million an ÖH-Geldern mehr oder weniger sinnvoll investieren könntest – wofür?

Jenni Zach: Wir als KSV-LiLi würden antirassistische, emanzipatorische, feministische Projekte usw. auch über den studentischen Tellerrand hinaus fördern.

Was fällt dir spontan zu den Stichworten “Uni” und “Gender” ein?

Jenni Zach: Dass mehr als die Hälfte der Studienanfänger*innen Frauen sind. Jedoch sind es bei den Professor*innen nur 21%. Daher ist Feminismus für uns ein Querschnittsthema. Jeder sich als halbwegs modern verstehende Mensch sollte zumindest eine Ahnung von der patriarchalen Struktur der Gesellschaft haben. Das Mittelalter ist vorbei.

Wer ist dein persönlicher Held und warum?

Jenni Zach: Sabotagehasi! Es steht symbolisch für den Widerstand gegen reaktionäre Verhältnisse.

Was läuft in deiner Partei/Fraktion falsch?

Jenni Zach: Ich glaube nicht, dass sonderlich viel falsch läuft, kleine Unstimmigkeiten gibt’s überall und das macht ja die politische Arbeit auch so spannend. Aber ich glaube auch, dass ich aufgrund des Naheverhältnisses in dieser Frage nicht objektiv genug bin.

Was kannst du besser als die anderen?

Jenni Zach: Ich glaube nicht, dass es wichtig ist was ich persönlich besser als andere kann – viel wichtiger ist was wir als Fraktion besser können als andere. Und da würde ich sagen, dass wir konsequent – mit einem systemüberwindenden Ansatz – gegen die momentanen reaktionären, gesellschaftlichen Verhältnisse kämpfen. Damit wir alle nicht mehr in diesem kapitalistischen Hamsterrad stecken, dass sich um Prekarisierung, Konkurrenz, Verschulung und Kommerzialisierung dreht…

Danke für das Interview!

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