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Österreich hat schon 217.000 Dollar-Millionäre

Anfang des Jahrtausends gab es rund 70.000 Dollar-Millionäre in Österreich. Laut Global Wealth Report 2016 gibt es mittlerweile 217.000 Dollar-Millionäre im Land.

Die Prognosen für die nächsten Jahre rechnen mit einer Fortsetzung der Entwicklung. In 5 Jahren - so die Schätzung - könnte es schon fast 300.000 Dollar-Millionäre geben. „Verfestigt hat sich damit auch die völlig schieflastige Vermögensverte­ilung. Laut einer Untersuchung der Arbeiterkammer stellt sich die Situation wie folgt dar:

Während 90 % der österreichischen Bevölkerung zusammen über ein Vermögen von rund 385 Milliarden Euro verfügt, verfügt das reichste Prozent der Bevölkerung über ein Vermögen von 469,1 Milliarden Euro (siehe Grafik – Seite 8 der Studie). Oder, um es noch drastischer aufzuzeigen: Während 1 Prozent der Bevölkerung über 37 % des Netto-Privatvermögens verfügt, besitzen 50 Prozent der Bevölkerung gerade mal einen Vermögensanteil von lächerlichen 2,2 % (Seite 9 der Studie).

Wobei: Eigentlich istdie Vermögensungle­ichverteilung ja noch viel gravierender: Jene 20 % der österreichischen Haushalte, die sich am unteren Ende des Vermögensrankings befinden, haben durchschnittlich Netto-Schulden in der Höhe von 7.400,– Euro. Die nächsten 20 % der Haushalte verfügen durchschnittlich über ein Netto-Vermögen von 17.000 Euro.

ÖVP, FPÖ, Neos, die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung wettern trotzdem gegen Vermögens- und Erbschaftssteuern und jammern über "Österreich ist ein „Hochsteuerland“". Steuer ist jedoch nicht gleich Steuer. Gegenwärtig tragen Bezieher kleinster, kleiner und mittlerer Einkommen über die Lohnsteuer, die Mehrwertssteuer und andere Massensteuern, Abgaben und Gebühren schon mehr als 85 % zu den gesamten Staatseinnahmen bei. Zugleich wurden große Vermögen und die Gewinne der Kapitalgesellschaf­ten in den letzten 20 Jahren systematisch steuerlich entlastet, die Steuern auf Gewinne und auf Kapital, Grund und Boden sind – auch im europäischen Vergleich – lächerlich gering.

Mit der Abschaffung der Vermögens- und Erbschaftssteuer, der Schaffung steuerschonender Privatstiftungen und der Senkung der Körperschaftssteuer von 34 auf 25 Prozent durch die seinerzeitige schwarz-blaue Bundesregierung und Einführung der Gruppenbesteuerung ist Österreich faktisch zu einem Steuerparadies für Kapital und Vermögen verkommen. Wenn Finanzminister Schelling über eine weitere Senkung der Körperschaftssteuer auf 20 Prozent nachdenkt, dann ist dies wahrlich "beinharter Klassenkampf".

Wer generell gegen Steuererhöhungen oder die Einführung neuer Steuern für Reiche und Superreiche polemisiert, stellt sich schützend vor die Euro-Milliardäre Flick, Horten, Wlaschek, Mateschitz, Esterhazy, .... und die Großkonzerne, die es sich richten. Tatsache ist, dass die Superreichen kaum mehr Steuern zahlen, denn Österreich ist mit 1,3 % bei vermögensbezogenen Steuern Schlusslicht im OECD-Raum. In Großbritannien müssen Superreiche 11,9 Prozent an vermögensbezogenen Steuern zahlen, in den USA immerhin 11,3 Prozent. Vermögenssteuern für Reiche und Superreiche in Höhe des OECD-Durchschnitts würden (so schon etwas ältere Berechnungen) rund 5 Milliarden Euro pro Jahr in die Staatskassen spülen, eine Anhebung auf EU-Schnitt immerhin noch rund 4 Milliarden Euro.

Übrigens: die soziale Ungleichheit nimmt leider auch weltweit dramatisch zu. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt laut letztem Oxfam-Bericht mehr Vermögen als die restlichen 99 Prozent zusammen.

Ein Grund für diese Entwicklung ist – laut Oxfam – „die unzureichende Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen.

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