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Robert Tyra ist verstorben

Die KPÖ-Wien-Brigittenau nahm am 11. Februar an der Verabschiedung von Genossen Robert TYRA (geb 6.12.1919, verstorben am 20.1.2014) teil.

Robert TYRA trat der KPÖ/KJV im Juli 1934 bei und blieb bis zu seinem Ableben ihr Mitglied, also beinahe 80 Jahre.

Er war Mitglied jener Gruppe Brigittenauer Widerständigen rund um die hingerichteten Gem HODAC, SCHOPF, BALDRMANN und den Überlebenden wie Ella KAMPL, die in den Gestapo-Berichten als "tschechische Sektion der KPÖ" geführt wurde.

Nach seiner Rückkehr aus amerikanischer Gefangenschaft nahm er seine Tätigkeit in der nunmehr wieder legalen KPÖ auf, er wurde in den Polizeidienst übernommen. Auch dort vertrat er die Werte und Grundsätze der KPÖ, er wurde als Personalvertreter mehrmals in geheimer Wahl gewählt, da er die Achtung seiner Kollegen für seine Einsatz für die Bedürfnisse der Kollegen hatte.

An seinen Prinzipien, Grundlagen und Erkenntnissen der kommunistischen Bewegung ließ er auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nicht rütteln.

Die letzten Jahre war er auf Grund seines Gesundheitszustandes nicht mehr in der Lage aktive Bezirksarbeit zu machen, war aber immer informiert und leistete immer seinen Mitgliedsbeitrag.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Hilde, mit der er seit 1951 verheiratet war und seinen Söhnen Erwin und Helmut mit ihren Familien.

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Nachfolgend ein Interview, welches Robert Tyra, für die Broschüre "Widerstand und Befreiung" gab.

Robert Tyra

Ich bin 1919 in Wien geboren, mein Vater war Schlosser und stammte aus der Tschechoslowakei, in der Monarchie ist er nach Wien gekommen, wo er meine Mutter geheiratet hat. Wir waren sieben Geschwister. Der Vater ist sehr schwer verwundet aus dem Ersten Weltkrieg gekommen, er hatte das Gesicht zerschossen und ein Bein war um neun Zentimeter kürzer. 1932 ist er an diesen Verwundungen gestorben.

Die Hartlgasse hat einmal Wintergasse geheißen. Hier war auf Nr. 29 die Bezirksleitung der Sozialdemokratischen Partei, etwas weiter war das Heim der Kinderfreunde und Roten Falken. Ich bin bei den Kinderfreunden aufgewachsen und bin mit 14 Jahren zu den Roten Falken gekommen. 1934 sind auch diese Organisationen verboten worden. Etwa im Juli 1934 hat mir ein Freund aus der Treugasse, Otto, vom Kommunistischen Jugendverband erzählt und mich eingeladen, mit zu machen. Im gleichen Haus und auf demselben Gang wie ich hat Rudi Hlavac gewohnt, er ist mit mir gemeinsam zum KJV gegangen. Rudi ist nach Spanien gegangen, von dort ins KZ Dachau gekommen, hat überlebt, aber ist in Innsbruck auf der Fahrt nach Hause an Lungenentzündung gestorben. Sein Vater kam nach Mauthausen, sein Bruder hat nach 1945 als Direktor beim Globus gearbeitet.

Von einem KJV konnte man aber kaum sprechen. Das war einfach eine Gruppe junger Leute, die bei den Roten Falken waren, in Opposition zum damaligen Regime standen und von der SPÖ enttäuscht waren. Wir waren jung, ein ausgeprägtes politisches Bewusstsein hatten wir noch nicht, aber immerhin waren wir eindeutig orientiert. Mein Vater war Arbeiter, gewerkschaftlich organisiert, Sozialdemokrat, dadurch bin ich auch in sozialdemokratischen Jugendorganisationen aufgewachsen. Die erste Organisation des KJV bei uns war die so genannte Sachsenzelle. Der Verband war im 20. Bezirk so organisiert, dass es in der inneren Brigittenau (sie reichte etwa bis zur Hellwagstraße, dann war die äußere Brigittenau) sechs oder sieben einzelne Zellen gegeben hat, die ungefähr sechs-sieben Mitglieder stark waren. Zeitweise waren in der inneren Brigittenau 90 Jugendliche organisiert. Die Fluktuation war stark, die Jugendlichen waren nicht sehr beständig, aber ein bestimmter Kern ist geblieben – Cibbi Grossmann, Ella Kampel, ich, Tichy Karl, Steiner Rudi, Czernohorsky Hans, Ing. Reiter („Albert“) u.a. „Walter“ (Genosse Dubber) aus Hamburg war der Polleiter vom Wiener KJV, er ist im KZ umgebracht worden. Kreisleiter im Kreis 2/20 bei uns war zuerst der Hugk, der später aus der Partei ausgetreten ist (er ist bereits während der Nazizeit umgefallen, nachdem er eingerückt ist, war er von den Nazi sehr beeindruckt; er war ein so guter Genosse, ich habe viel von ihm gehalten); Nach ihm war Oberreiter Ernstl, dann Czernohorsky Hansl.

Ich selbst war eine Zeitlang (1937) Gebietspolleiter in der inneren Brigittenau. Es hat im KJV Zellen gegeben, diese hatten einen Polleiter (politische Leiter), einen Orgleiter (Organisation) und einen Lit(eratur)mann. Einige Gebiete waren zu einem Kreis zusammen gefasst. Es war ein ungeschriebenes Gesetz, nichts zu fragen, konspirativ zu handeln. Das war nicht einfach. Allerdings war es anfangs, beim Grünen Faschismus etwas lockerer, obwohl die Heimwehr ja 1934 Böses angestellt hat und verhasst war. Wir hatten damals sogar ein Silberhalsketterl mit einem Stern getragen, bei den Nazis wäre das unmöglich gewesen.

Hat der KJV Aktionen durchgeführt?

Wir haben Flugblätter auf die Straße geworfen und verteilt, vor allem in Häusern zu zweit gesteckt. Vom oberen Stock haben wir die Flugblätter bis hinunter im Parterre in die Briefkasten gesteckt, dann sind wir schnell aus dem Haus raus, in die nächste Gasse gelaufen und haben uns getrennt.. Außerdem haben wir „minisiert“, mit Minium (rote Bleifarbe) auf Planken und Häuser Parolen geschrieben, Sichel und Hammer gemalt. Das war sehr gefährlich. Einmal haben wir am 12. Februar Ecke Wallensteinstrasse/Nordwestbahnstraße bei der Firma Fross-Büssing, einen Feuermelder, der an der Wand angebracht war, eingeschlagen, haben Flugblätter gestreut und sind mit dem Fahrrad davon gefahren. Bis die Polizei und die Feuerwehr gekommen sind, waren wir längst über alle Berge. Einmal haben wir sogar mit Partei und Jugendverband gemeinsam eine Demonstration am Gaußplatz organisiert. Das war sehr unangenehm und gefährlich, weil es dort wegen der Nähe zur Donau keine Fluchtwege gab.

Eine Aktion haben wir einmal im Prater gemacht – beim Buschkino, das im Krieg abgebrannt ist, haben wir ein Hammer und Sichel aus Lumpen geformt, haben es in Petroleum getränkt, eine Minute vor Ende des Filmes, um 10.00 Uhr, angezündet und sind davon gelaufen.

Wir haben auch Transparente angefertigt (meistens ein rotes Tuch mit Hammer und Sichel oder einer kurzen Parole, einem Buchstaben, der von den Mädels gestickt wurde) und aufgehängt – dafür haben wir einen Stein an eine Schnur gebunden, über die Stromleitung geworfen, hoch gezogen, das hat sich eingeklinkt, die Schnur ist abgeschnitten worden und das Transparent ist gehängt. Auf der Stromstraße, bei der Firma Hölzl, wo viele Arbeiter beschäftigt waren, hatten wir Sympathisanten. Dort haben wir auch einmal ein Transparent aufgehängt. Als wir ein zweites Transparent in der Nähe des Donaukanal, in der Treugasse, über der Wallensteinstraße, befestigt haben, ist mein Freund Rudi Hlawac hoch gegangen. Offenbar ist die Aktion verraten worden, es wurde vielleicht auch zuviel darüber geredet, wir waren noch zu unerfahren. Offensichtlich haben die Kriminalbeamte alles bereits gewusst und haben schon gewartet. Direkt im Jugendverband haben wir keinen Spitzel gehabt.

Wo habt ihr euch getroffen?

Die Illegalität hat natürlich große Hindernisse geschaffen, aber z.B. war es üblich, zu Ostern auf den Peilstein zu wandern. Dort sind viele Genossen hin gekommen, mit denen man sonst wegen der Konspiration nicht zusammen traf, man hat viele andere Genossen kennen gelernt. Außerdem wurden gemeinsam Ausflüge in den Wienerwald gemacht, in der Lobau und der Kuchelau sind wir Baden gefahren usw. In der Kuchelau, am „Sporn“ waren außer uns auch oft sozialistische Jugendliche und Nazi. Bei Wanderungen haben wir ab und zu andere Gruppen getroffen, die unsere Lieder gesungen haben, dann wussten wir, dass sie auch vom Jugendverband waren. Jeder von uns hatte einen illegalen Namen, ich war der „WeWe“. „Mimi“ war der I-Name von Genossin Kreuzer, die nach dem Krieg in der Frauenbewegung arbeitete. Ihr Bruder „Fipsi“ ist in Spanien gefallen. Ich wollte auch nach Spanien, aber ich war noch nicht alt genug, man musste 18 Jahre alt sein.

Wir haben viele junge Genossen im 20. Bezirk gehabt. Der grüne Faschismus war geradezu ein „sanftes“ Regime im Vergleich zu den Nazis. Unsere jüdischen Freunde sind nach 1938 fast alle ins KZ kommen, mussten flüchten oder auswandern, dadurch haben wir viele Verluste gehabt. Z.B. kam Rudolf Steiner nach Buchenwald, überlebte aber, ein junges Liebespaar – Sonja und Poldi – ist im KZ vergast worden. In der inneren Brigittenau hat es eine Gruppe in einem Gymnasium in der Unterberggase gegeben, die vorwiegend aus jüdischen Genossen bestand – Harry Halm (ist in die Schweiz emigriert), Ossi Rosenstrauch, Max („Ksin“) Ungar u.a. Sie sind in der Schule aufgeflogen und alle ausgeschlossen worden.

Zu dieser Zeit hat es Bestrebungen gegeben, der Organisation eine breitere Basis zu geben. Es war angeblich ein Beschluss der Komintern, in Massenbewegungen hinein zu gehen. Wir gingen in legale Organisationen hinein und arbeiteten dort. Ich war z.B. im Alpenverein an der Brigittenauer Lände, aber dort waren bereits viele Revolutionäre Sozialisten, so dass es nicht notwendig war, zu bleiben. Ich war auch längere Zeit beim Abstinentenbund in der Universumstraße, der schon in der alten SPÖ existiert hatte. Nach 1934 hat sich dieser Bund als überparteiliche Organisation neu konstituiert, und wir sind auch hin gegangen. Allerdings waren dort fast nur ältere Menschen.

Wir haben auch eine großartige Gewerkschaftsgruppe gebildet. Es gab eine Einheitsgewerkschaft (die freien Gewerkschaften sind ja 1934 aufgelöst worden), Rudolf Hlawac ist in ihre Zentrale gegangen und hat gesagt, wir sind im 20. Bezirk einige junge Metallarbeiter, Gewerkschafter und möchten eine Gruppe bilden, haben aber kein Geld. Daraufhin haben sie uns im Winarsky Hof ein Lokal zur Verfügung gestellt. Dort haben wir 1937 eine Leitung gebildet, u.a. mit Czernohorsky Hans (sein Vater war Wachmann, ist im Februar 1934 aus der Polizei geworfen worden, Hans war nach 1945 in der FÖJ, auch in Tirol verankert). Das war eine schöne legale Gewerkschaftsgruppe, die von der Gewerkschaft bezahlt wurde. Fast jeden Monat hat ein Gewerkschafter irgend ein Referat gehalten – über soziale, gewerkschaftliche Probleme usw. Wir konnten dort einige Mitglieder werben. 1938 wurde sie natürlich aufgelöst.

Mit 1938 hat sich jede Organisation aufgehört, es gab keine Zellenzusammenkünfte mehr, nur Treffen mit einzelnen Genossen; ich traf mich z.B. mit Oberreiter Ernstl (der Kreispolleiter war), Ing. Reiter („Albert“) von der Eisenbahn u.a. Es gab nur mehr lose Gruppen und Einzelpersonen im Widerstand unter der Gestapo, die mit allen Mitteln gewütet hat und damit große Erfolge hatte. Auf einen bloßen Verdacht hin hat man Menschen ins Gefängnis gesteckt. Viele Menschen sind gefoltert worden. Das Hören von „Feindsendern“ wurde mit KZ bestraft.

Wir waren in der Brigittenau beim Wehrsport. Der Schutzbund war die militante Organisation der Sozialdemokratie, ihre Jugendlichen haben den Wehrsport gebildet. 1934 wurde auch er verboten. Im 20. Bezirk hat er drei Züge gebildet, die vorwiegend aus Revolutionären Sozialisten bestanden (sie waren in Opposition gegen die Führer Deutsch und Bauer des Schutzbundes, die sie verraten hatten): Stagl Otto (der nach 1945 bei der Staatspolizei arbeitete) war Zugführer des einen Zuges, der zweite war Dolfi Bienstock, der dritte hieß „Nick“.

Genosse Bienstock hat einen Selbstmord vorgetäuscht (er hat seinen Ausweis und einige Kleidungsstücke an der Donau hingelegt) und hat als U-Boot bis 1945 überlebt. Ich habe mit ihm immer Verbindung gehabt, während des ganzen Krieges, da ich ja mit der Luftwaffe öfter in Wien war. Er hat etliche Wohnungen gehabt, musste auch verpflegt werden, das war ein großes Problem mit den Lebensmittelmarken, aber wir haben ihn abwechselnd versorgt. Seine Mutter war Christin, sein Vater Jude, er war also Halbjude. Nicht einmal seine Mutter hat gewusst, dass er lebt, er hat das konsequent durch gezogen, hat sich durchgeschlagen. Vor allem im Winter muss das ein hartes Leben gewesen sein, er hat nicht viel zu essen gehabt, er war für jede Lebensmittelmarke für eine Semmel, die er bekommen hat, dankbar. Er hat viele Verbindungen gehabt. Einmal hat er mich während des Krieges in den 19. Bezirk zu einem alten kaisertreuen General gebracht, der auch gegen die Nazi war. Dann hat er Verbindung gehabt zu einer Widerstandsgruppe im Luftgaukommando 17 in der Lothringerstraße, die keine Kommunisten, aber auch gegen die Nazi waren. Da ich bei der Luftwaffe und uniformiert war, hat er mich einmal, als ich zufällig in Wien war, zum Oberfeldwebel Haslinger geschickt, weil er Ausweispapiere gebraucht hat. Er brauchte einen unbedenklichen Wehrpass, konnte aber selbst nicht hin gehen, daher schickte er mich. Haslinger hatte aber keinen Ausweis für ihn

Wie hast Du die Kriegszeit verbracht?

Wie alle anderen war ich wehrpflichtig und musste zur Musterung gehen. Ich habe mich aber bewusst und gezielt zur Luftwaffe gemeldet, erstens weil die Ausbildung unendlich lang gedauert hat und zweitens weil ich den Krieg lebend überstehen wollte. Ich habe mich von einem Kurs zum anderen gemeldet. Ich habe einen Einberufungsbefehl zum Fliegerausbildungsregiment 24 nach Olmütz in der Tschechoslowakei bekommen. Dort habe ich drei Monate Infanterieausbildung erhalten, dann bin ich zum Flugabwehrbataillon nach Seyring bei Wien, von dort nach Klagenfurt, dann nach Dessendorf und von dort mit dem Luftabwehrbataillon nach LeHavre, wo wir in einem Bunker an der Kanalküste waren. Dann bin ich zur Flugzeugführerschule A, B 112 nach Württemberg gekommen, dort habe ich den A- und B-Flugzeug-Führerschein gemacht. Von dort bin ich nach Zeltweg, Steiermark, wo ich den Flugzeugführerschein auf schwere Kampfmaschinen gemacht habe, danach bin ich zur Blindflugschule (für Nachtflüge) nach Prag und dann zum Fernaufklärungsgeschwader geschickt worden.

Beim Militär ist man sehr gefordert gewesen, ich bin froh, dass ich das alles gesund überstanden habe. Ich habe Unfälle gesehen, die ganz arg waren, nur Unfälle – von Fliegerangriffen, die ich selbst mit erlebt habe, will ich gar nicht reden. Wir haben keine Bomben gehabt oder geworfen, denn bei dem Fernaufklärungsgeschwader haben wir nur Aufklärung geleistet. Später bin ich in eine Stammflugzeugführerschule in Polen gekommen, wo wir Bordschützen ausgebildet haben, von dort zu einem Transportfluggeschwader nach Berlin-Schönwalde. Das Kriegsende war damals schon nahe, es gab schwere Fliegerangriffe der Alliierten, die Deutschen hatten schon zu wenig Flugzeugführer für die Luftwaffe. Deutschland ist damals, Ende 1944, schon ziemlich „klein“ geworden.

Konntest Du Sabotageakte durchführen?

Nein, Sabotageakte waren unmöglich. Ich bin schon oft gefragt worden, ob ich nicht hätte weg fliegen können – das war ausgeschlossen. Es war immer jemand neben mir, sie hätten mich erschossen, mit den kleinen Maschinen wäre ich außerdem nicht weit gekommen. Die Deutschen waren durchwegs Nazi, sie haben noch am letzten Tag geglaubt, sie werden gewinnen, sie waren unglaublich fanatisch.

Konnte der KJV Sabotageakte machen?

Nein, das war auch gefährlich, und mir ist es auch nicht bekannt. Und wenn, dann hat man davon nichts gehört. Mir hat einmal Gen. Reiter erzählt, dass in der Lokomotivfabrik, im Ausbesserungswerk der Eisenbahn, jemand etwas Derartiges gemacht hat – aber er war nicht vom KJV.

Hast du nicht auch Angst gehabt?

Natürlich, das war normal, ich hatte genug Angst, auch beim Fliegen. Wer hat das nicht. Ich habe schreckliche Situationen erlebt, z.B. ist ein Flugzeug in eine Halle hinein geflogen, die Halle hat gebrannt, alle Leute sind verbrannt. In Klagenfurt bei der Ausbildung ist eine Maschine in ein Haus hinein geflogen, das war gang und gäbe. Die Angst, getötet zu werden, war immer da.

Ich hatte in der Illegalität Glück – bis 1938 sind nicht so viele Leute hoch gegangen, aber ab 1938 war es sehr gefährlich, da war die Gestapo sehr scharf. Ich hätte übrigens gerne gewusst, wieso ich bei der Gestapo in einem Akt verankert gewesen bin – das habe ich nie erfahren. Auch während des Krieges hatte ich Glück. Aber ich habe als Fernaufklärer relativ gute Chancen gehabt. Ich habe nie einen Kampfauftrag bekommen, habe nie die Aufgabe gehabt, jemanden ab zu schießen oder zu kämpfen, denn ich flog keine Jagdmaschinen oder Bomber.

Zum Schluss habe ich einen Karabiner in die Hand gedrückt bekommen, weil kein Benzin mehr für die Flugzeuge da war, wir hätten den Führer befreien sollen. Dann sind aber schon die russischen Panzer gekommen, und wir sind um unser Leben gerannt. Am 1. Mai 1945 bin ich mit einem Kameraden geflüchtet und zu den Amerikanern gekommen. Ich war bis September in Schleswig-Holstein in amerikanischer Gefangenschaft, dann wurden die Österreicher in Ostfriesland den Engländern übergeben. Am 1.1.1946 wurde ich in Aurich entlassen und nach Österreich, in die Steiermark gebracht, da die Engländer damals Gefangene nicht in die sowjetische Zone überstellten. Ing. Reiter aus der Brigittenau in Wien hat mir damals geholfen, nach Wien zu kommen, indem er mir durch einen Genossen, der Lokführer war, ermöglichte, unter einer Holzladung im Zug versteckt die Demarkationslinie zu passieren.

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