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Türkei: Sirnak - eine Stadt in Schutt und Asche

Nach Aufhebung der acht-monatigen Ausgangssperre konnte die Bevölkerung von Sirnak nun zurück in ihre Heimat. Was sie allerdings vorfangen war schiere Verwüstung. Insgesamt sieben Viertel wurden dem Erdboden gleich gemacht. Die Menschen versuchten anhand von Bildern und anderen privaten Gegenständen ihr Zuhause ausfindig zu machen.

Die Ausgangssperre in Sirnak, die seit dem 14. März 2015 Bestand hatte, wurde am 13. November 2016 teilweise aufgehoben. Laut dem Gouverneur von Sirnak besteht die Ausgangssperre derzeit nur nachts zwischen 22.00 Uhr und 05.00 Uhr. Die Menschen aus Sirnak, die im Zuge der Angriffe ihre Heimat verlassen mussten, konnten nach 246 Tagen zurück und fanden Bilder der Verwüstung vor ...

An den Stadtgrenzen wurden Kontrollpunkte aufgestellt und die zurückkehrenden Menschen einzeln kontrolliert. An den Kontrollpunkten bildeten sich deshalb lange Schlangen. Die Bilder der Kontrollpunkte, mit den riesigen Mauern und Barrikaden, erinnerten an den Grenzübergang zwischen zwei Staaten.

Sieben Stadtviertel wurden dem Erdboden gleich gemacht

Die teilweise Aufhebung der Ausgangssperre hat die Zerstörung der Stadt vor Augen geführt. Während Gazipaşa, Yeşilyurt, İsmet Paşa, Dicle, Cumhuriyet, Bahçelievler komplett zerstört wurden, ist auch der Stadtteil Yenimahalle in großen Teilen zerstört.

Zurückkehren, aber wohin?

Nun reißen Bagger und Bulldozer die unbewohnbaren Ge- bäude ab. Es ist nahezu unmöglich die Wege und Straßen der Stadt zu erkennen. Die Menschen versuchen anhand privater Gegenstände die Standorte ihrer Häuser wiederzufinden. Stadtbewohner erwähnen, dass sie zwar dort geboren und aufgewachsen sind, der Staat die Gegend aber ausradiert und somit unkenntlich gemacht hat. Polizei und gepanzerte Fahrzeuge fahren regelmäßig Patrouille. An vielen Stellen sind Kontrollpunkte aufgestellt. In der Stadt wurden sogar Bäume entwurzelt. Außer Schutt ist nichts mehr übrig geblieben. Am meisten sticht die traditionell kurdische Kleidung aus dem Schutt ins Auge.

Gebäude, die abgerissen werden sollen, werden gekennzeichnet

Viele Gebäude, die noch stehen, wurden mit einem „YK“ gekennzeichnet, was bedeutet, dass diese auch demnächst abgerissen werden. In Straßen, in denen noch Abrissarbeiten andauern, ist der Zutritt aus „Sicherheitsgründen“ verboten.

Eines der wenigen Gebäude, das im Cumhuriyet Viertel noch steht, ist die Haci Ömer Moschee. In allen stehenden Gebäuden fehlen Möbel, in einigen wurde sogar die Stromsicherungskästen für den Weiterverkauf ausgebaut.

Rassistische Sprüche an den Wänden

An Mauern und Gebäuden, die in Cizre noch stehen,wurden genau wie in Silopi, Idil und Nusaybin rassistische Sprüche an die Wände geschrieben. Selbst das Gebäude der Stadtverwaltung wurde vor der Verwüstung nicht verschont. Die erste Aufgabe der neuen Zwangsverwaltung der Provinz Sirnak war das Aufhängen einer riesigen Türkei-Flagge an die Vorderseite des Gebäudes.

HDP und DBP Provinzgebäude existieren nicht mehr

Das 7-stockige Gebäude der HDP und DBP, welches sich im Aydinlikevler-Viertel befindet, wurde komplett zerstört. Selbst Parks und Gärten, in denen eigentlich keine Gefechte stattfanden, wurden von der Verwüstung nicht verschont.

Das Familiengrab der Familie Birlik wurde ebenfalls beschädigt. Haci Lokman Birlik wurde am 02. Oktober 2015 nach seiner kaltblütigen Ermordung an ein gepanzertes Fahrzeug gehängt und durch die Stadt geschleift.

Obwohl die Operationen offiziell schon vor einigen Monaten beendet wurde, ist der Bevölkerung der Zutritt erst jetzt gewährt worden. Unter dem Schutt der Häuser befindet sich eine große Anzahl Sprengstoff und Munition, welches eine potenzielle Gefahr für die Anwohner bildet.

Ein YouTube-Video vom 14. November 2016 zeigt den Grad der Zerstörungen an:

https://www.youtube.com/watch?v=n2BdB7y9jzk

Quelle: http://civaka-azad.org/sirnak-eine-stadt-in-schutt-und-asche/

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