Steuerreform ist ein Blödsinn

Friday, 31. January 2020 @ 08:53

Scharfe Kritik an der Steuerreform der schwarz-grünen Bundesregierung gibt es von Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien, Mitglied des Bundesvorstands der KPÖ und Bezirksrat in Rudolfsheim-Fünfhaus: "Diese Steuerreform ist sozialpolitischer und volkswirtschaftlicher Blödsinn, daran ändern auch die Fake-News von Kurz* rein gar nichts. Tatsache ist, dass die Ärmsten der Armen (rund 2,6 Millionen Menschen**), die weniger als 11.000 € brutto pro Jahr verdienen, mit keinem einzigen Euro entlastet werden."

Die schwarz-grüne Steuerreform, so Zach, entlastet auch kleine und mittlere Einkommen viel zu wenig. Während eine Alleinerzieherin mit einem monatlichen Bruttogehalt von 1.400 Euro sich nach vollständiger Umsetzung der Reform rund 150 Euro pro Jahr erspart (siehe Grafik), kann sich ein "Mini-Manager", der 6.000 Euro brutto pro Monat verdient, über ein Entlastungszuckerl von fast 1.600 Euro freuen. Wer die Wirtschaft ankurbeln will und wer sich um die `kleinen Leut' kümmern will, muss ganz andere Maßnahmen ergreifen. Als Stichworte erwähnt Zach "Einführung einer Vermögenssteuer, die diesen Namen auch verdient, Einführung einer Wertschöpfungsabgabe, Kampf dem legalen und illegalen Steuerbetrug von großen Konzernen sowie Einführung einer Finanztransaktionssteuer." Zach abschließend: "Ich habe mir auch in dieser Frage von den Grünen in der Regierung nicht viel erwartet. Das nunmehr bekannte Ergebnis der geplanten Steuerreform, welche die Ideen der FPÖVP-Regierung fortschreibt und umsetzt, ist jedoch trotzdem schmerzhaft, denn auch für so etwas braucht es wahrlich keine Grünen in der Regierung."


Info: Einkommen bis 11.000 brutto pro Jahr sind lohnsteuerfrei. Einkommen von 11.000 bis 18.000 € werden - gegenwärtig - mit 25% versteuert. Von 18.000 bis 31.000 € sind es 35%. Zwischen 31.000 bis 60.000 € sind es 42% und von 60.000 bis 90.000 € 48% Steuern. Bis 1.000.000 € sind es 50% und darüber 55%.***




* Um Fake-News der Sonderklasse, die heute ohne kritischen Kommentar (wen wundert es?) auch im Boulevard-Blatt Österreich publiziert werden, handelt es sich bei der Kurz-Aussage die "Reform bringt jeder Familie 1.000 Euro mehr" (siehe Foto). Erstens gibt es, wie oben erwähnt, 2,6 Millionen Menschen, die so wenig Einkommen realisieren können, dass sie von der Lohn- bzw. Einkommenssteuer befreit sind. Zweitens: es gibt Familien die trotz Erwerbstätigkeit von 2 Personen nicht auf ein Monats-Bruttoeinkommen von rund 2.700 Euro kommen, welches Kurz als Beispiel heranzieht. Und drittens: Es gibt rund 180.000 Alleinerziehern (davon 90 Prozent Frauen), die großteils weit, weit weg von einem Monatseinkommen von 2.700 Brutto sind - was wiederum zur Folge hat, dass 40 Prozent der Alleinerzieherinnen armuts- und ausgrenzungsgefährdet sind. Aber bei AlleinerzieherInnen handelt es sich laut Meinung von Basti ja wahrscheinlich um keine vollwertigen Familien.

** https://www.diepresse.com/5620328/ein...ie-zukunft

*** https://www.finanz.at/steuern/lohnsteuertabelle/


KPÖ Wien
http://wien.kpoe.at/article.php/steuerreform-ist-ein-blodsinn