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von obergrenzen und untergrenzen

der ehrenwerte herr khol, seines zeichens bundespräsidentschaftskandidat, ist ja ein bekennender christ – römisch katholischer prägung.
so weit – so gut.
er fordert sogar „einen gottesbezug in der verfassung“
so weit – schon nimmer so gut.
und überhaupt ned gut:
er fordert bzgl der aufnahme von flüchtenden eine „kapazitätenorientierte richtschnur“.
‪#‎obergrenze‬ will er lieber nicht sagen.

http://www.wienerzeitung.at/…/794842_...kapazitae…

aber der herr khol war ja schon immer für ein einen „sager“ gut.

Ein GAST-KOMMENTAR von Gerhard Hager

jetzt tät mich dann aber interessieren, wie er sich da rausredet.
weil der von ihm in die verfassung zu reklamierende sagt da folgendes:
„Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25, 40)

was der möchtegern, aber hoffentlich und wahrscheinlich eh doch nicht zukünftige bundespräsident da macht, könnt man ja schon fast als todsünde (zu den todsünden ein andermal mehr) einordnen.
wikipedia weiss dazu:

Papst Johannes Paul II. konkretisierte den Begriff Todsünde im Apostolischen Schreiben über Versöhnung und Buße in der Kirche Reconciliatio et paenitentia aus dem Jahre 1984 wie folgt:
Die Lehre der Kirche nennt „denjenigen Akt eine Todsünde, durch den ein Mensch bewusst und frei Gott und sein Gesetz sowie den Bund der Liebe, den dieser ihm anbietet, zurückweist, indem er es vorzieht, sich sich selbst zuzuwenden oder irgendeiner geschaffenen und endlichen Wirklichkeit, irgendeiner Sache, die im Widerspruch zum göttlichen Willen steht“.

und wenn man das ernst nimmt, was der papst da gesagt hat (der derzeitige sagt ja sogar noch viel andere sachen) könnts dann schon sein, dass der gute christ khol sich nahe am rande der exkommunizierung bewegt.

zumindest haben sich der caritas präsident, aber auch der oberhirte schönborn zur obergrenze christlich geäussert:
"Not hat keine Obergrenze. Irgendwo wird Platz sein müssen"
vom laun war da bisher noch nichts zu hören.
das würd sich wahrscheinlich auch ganz anders anhören.

aber der khol ist ja eigentlich nur ein aufhänger, weil sich an seinem beispiel sehr schön aufzeigen lässt, wie sehr sich „werte“, die viele unserer öffentlichen „retter des abendlandes“ demonstrativ vor sich hertragen, in luft auflösen bzw. überhaupt ins gegenteil verdreht werden.

da werden neo-övp-grapscher-abgeordnete und ähnlich kleinhirntestosteronüberflutete, ansatzlos und blitzartig zu feministen, wenn es darum geht „unsere“ frauen gegenüber so irgendwie fremdländisch wirkenden übeltätern angeblich zu schützen.
„unsere“ frauen tu ma schon lieber selber begrapschen und belästigen – da brauch ma des ausländische gsindel ned dazu.

aber ganz ehrlich – haben wir aus dieser ecke (mikl, kurz, mitterlehner & co) irgendetwas anderes erwartet oder erwarten wir uns etwas anderes in zukunft?
ganz klar nein!
was wir da erwarten ist sehr viel mehr ein weiteres abdriften nach rechts, mit dem versuch die ungustiösen positionen des blaubraunen packs zu übernehmen und in wählerstimmen umzumünzen. bei bedarf wird man den „verfassungsbogen“ so interpretieren, dass man auch für eine von schmissigen burschenschaftern dominierte nationale heimatpartei den steigbügelhalter macht, um das eine oder andere amt und vor allem die plätze am futtertrog zu sichern.
was wir da erwarten sind weitere repressionen gegen arme und benachteiligte.
und die weitere bevorzugung der eigenen klientel – der „leistungsträger“.

wir wissen also, woher der wind weht und werden keinen fussbreit weichen.

schlimm genug also, dass menschenverachtendes gedankengut im mainstream der österreichischen politik seinen platz gefunden hat.
schlimm genug, dass die „boulevard-presse“ täglich anleihen beim stürmer nimmt und die hetze auf perfide art perfektioniert.

wirklich erschütternd und schmerzvoll, ist der verrat aus den eigenen reihen.

und auch da hab ich ein passendes bibel-zitat:
Da ging hin der Zwölf einer, mit Namen Judas Ischariot, zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. (Johannes 11.57)

wir alle können uns nur zu gut an die aussagen häupls vor der wien-wahl erinnern
zb. am 15.9.: Häupl will keine Obergrenze für Aufnahme von Flüchtlingen
oder am 4.10.: Das sehe ich anders: Ich habe nie gewackelt, nie etwas anderes erzählt. Jawohl, das ist eine humanitäre Verantwortung, dass man diesen Menschen hilft. Das war immer meine Einstellung.
»Ich kann nicht anders«

usw. usw. usw. ...

was wurde uns nicht alles erzählt, warum es wichtig ist „rot“ zu wählen.
die strukturelle korruption, der wohnbausumpf, die unsummen an die „schundblattln“ – alles lässliche kleine sünden.
nur die spö würde „anständige“ politik machen und strache und konsorten verhindern.

jetzt klingt das völlig anders – wir haben eine „obergrenze“ die auch von häupl mitgetragen wird.

vor allem die dissidenten innerhalb der budesspö – sj, vsstö, sektion 8, einzelne spöler die einen vorzugsstimmenwahlkampf führten – priesen den wiener häup(t)ling als garanten für politisches handeln im sinne und in tradition von viktor adler bis bruno kreisky.

und jetzt?

die wehsely postet „haltung kennt keine obergrenze“!
oder der oxonitsch „wir wollen eine welt, der es für solidarität keine obergrenze gibt“!

ganz offensichtlich gibt es aber beim schamgefühl dieser „wortblasen“-sozis keine untergrenze.

der faustsche spruch von der botschaft und vom glauben kommt mir da ganz schnell in den sinn.

barbara blaha hat bereits im jahr 2007 die konsequenzen aus dieser janusköpfigen politik gezogen und ist aus der spö ausgetreten. dafür verdient sie auch nachträglich noch jeden respekt.

http://derstandard.at/…/Kopf-des-Tage...Barbara-B…

was hält eigentlich eine julia herr, eine sonja wehsely und wie sie alle heissen noch in dieser spö?
auch ein andi babler muss sich diese frage gefallen lassen?
glaubt da wirklich noch irgendjemand an die resozialisierung dieses machterhaltungsvereines?

aber vielleicht ist es ja auch die hoffnung, irgendwann irgendwie an den 30 silberlingen beteiligt zu werden.

für wie lange wird der schandlohn wohl reichen?
wann ist der nächste verrat fällig und wen wird er treffen?
die mindestsicherungsbezieher?
die pensionisten?
alleinerziehende mütter?
die arbeitslosen?

gerne würde ich diesen „gar-nicht-mehr-roten“ zurufen:
schamts euch!
aber ich befürchte, jene die gemeint sind, wissen nicht einmal mehr, was schämen bedeutet.

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