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Wer sagt nur die halbe Wahrheit: Wien Energie? E-Control? Das Kontrollamt?

Vor wenigen Tagen flatterte mir das Kundenmagazin von Wien Energie ins Haus. Stutzig machte mich ein Artikel inklusive wunderschöner Grafik, in welchem behauptet wird, dass der reine Energiepreis für Strom seit 2008 um 20 Prozent (siehe Grafik) gesunken wäre.

Wie Wien Energie auf diesen Wert kommt, ist schleierhaft - anscheinend wurde auch die Preissenkung, die mit 1. Oktober in Kraft treten soll, schon eingerechnet. Bei einem Blick auf die Website von Wien Energie (siehe Foto 2) lässt sich der Wert von 6,94ct für den reinen Energiepreis jedenfalls nicht auffinden. Nun gut. Lassen wir unverdächtige ExpertInnen zu Wort kommen.

Die AK stellte erst im Juli 2014 fest: "Seit 2008 ist der Strom-Großhandelspreis um fast die Hälfte gesunken (minus 44 Prozent). Doch die Preissenkung kommt nicht bei den Haushalten an, weil die Stromversorger die günstigen Preise häufig nicht an ihre Kunden weitergeben."

Und die Regulierungsbehörde E-Control kommentierte die Strompreissenkung, die uns mit Oktober in Wien ins Haus steht, im Juni mit den Worten: „Es freut uns, dass sich die Vorteile der Börsenpreisentwicklung nun endlich auch auf den Stromrechnungen der heimischen Haushalte niederschlagen (...) Das Potenzial bei Preissenkungen ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“

Sehr erhellend bzgl. der angeblich ach so sozialen Preispolitik von Wien Energie, die sich ja zu 100% im Eigentum der Gemeinde Wien befindet, ist ein Kontrollamts-Bericht aus dem Jahr 2010. Da heißt es auf Seite 3 des Berichts: "Die WIEN ENERGIE Vertrieb GmbH & Co KG erhöhte ihre Preise im Haushaltskundensegment in den Jahren 2004 und 2008 jeweils zweimal sowie in den Jahren 2003, 2006 und 2007 jeweils einmal. Insgesamt stieg die Energiepreiskomponente des Stromprodukts "Optima" in den sieben Jahren um rd. 140 % an. Da in diesen Jahren das Netznutzungsentgelt um rd. 10 % und die Abgaben um rd. 5 % gesenkt wurden, betrug die Erhöhung des Gesamtpreises, bezogen auf den Durchschnittsverbrauch eines Wiener Haushalts (2.500 kWh), rd. 35 %. (TZ 14)"

Und weiter heißt es gleich anschließend: "Die WIEN ENERGIE Vertrieb GmbH & Co KG lag im Vergleich zu 16 bedeutenden österreichischen Stromanbietern mit den Preisen ihrer Produktmarke "Optima" bis November 2008 im oberen Mittelfeld und danach im Spitzenfeld österreichischer Stromanbieter. (TZ 20, 21)"

Womit sich weiterere Kommentare wohl erübrigen!

Didi Zach (Landessprecher der KPÖ-Wien)

Zum Thema siehe auch

  • Wien Energie senkt Strom- und Gaspreis
  • Zach: Frotzelei von Wien Energie und Vizebürgermeisterin Brauner ist unerträglich

  • Wien anders

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