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SPÖ schließt ihre Zukunftswerkstatt

Mit den Zukunftswerkstätten ist es in Österreich derzeit ein Nullsummenspiel. Ende Jänner wurde eine geschlossen und eine andere eröffnet. Konkret: die SPÖ sperrte ihre aus Geldmangel zu, während der Österreichische Fußballbund eine ins Leben rief, um über das bevorstehende Debakel bei der EURO 2008 hinaus Perspektiven erarbeiten zu können.

Eine Großpartei kann sich trotz umfangreicher öffentlicher Förderungen das Nachdenken über die eigene Zukunft nicht mehr leisten. Nach zwanzig Jahren stellt die Zukunfts- und Kulturwerkstätte der SPÖ ihren Betrieb ein, da, so die offizielle Begründung, die notwendige Renovierung des Veranstaltungsorts nicht bezahlt werden kann. „Geld“, so die Leiterin Gertraud Knoll, „müsste her, das aber nicht da ist. Die Partei spart.“

Der ehemalige Finanzminister Ferdinand Lacina sieht seine Partei „so stark in der Gegenwart verankert (...), dass für sie die Beschäftigung mit der Zukunft, vielleicht auch mit der Kultur, hinkünftig entbehrlich ist.“

Sieht man sich die Gegenwart an, in der die „Sparpartei“ SPÖ verankert ist, dann ist ihre sozialdemokratische Zukunft, über die sie nachdenken könnte, ohnehin nur mehr von akademischem Interesse. Die Gegenwart der SPÖ ist die des Neoliberalismus. Sie übernimmt fortlaufend die neoliberalen Konzepte der reaktionären think tanks. Eine sozialdemokratische Zukunftswerkstätte rechnet sich für eine solche sozialdemokratische Gegenwart, die jede soziale Zukunft verstellt, nicht.

Die Schließung der Zukunftswerkstätte lässt also kaum erwarten, dass die Sozialdemokratie künftig wieder eine Politik machen wird, die sie von der ÖVP klar abgrenzt. Auf der anderen Seite bedeutet die Gründung der ÖFB-Zukunftswerkstätte selbstredend nicht, dass der österreichische Fußballsport eine große Zukunft vor sich hat.

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