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55 Überwachungskameras pro U-Bahn-Station

Wien-PolitikVor ein paar Tagen wurde die Verlängerung der U-2 in Wien eröffnet - Bürgermeister Häupl ließ sich, wie nicht anders zu erwarten, feiern. Kaum gesprochen wurde über die ingesamt 334 neuen Überwachungskameras, die in den 6 neuen U-Bahn-Stationen in Betrieb genommen wurden.

Begonnen hat der Probebetrieb der umstrittenen Videoaufzeichnung in Wiener U-Bahnen im August 2005. Der Pilotversuch war ursprünglich für ein Jahr limitiert. Wie so oft wurde aus einem Provisorium aber eine Dauereinrichtung. Die Bilder der Videoüberwachung werden 48 Stunden gespeichert und dann gelöscht.

Begründet wird der Überwachungs-Wahnsinn natürlich mit dem dem "Sicherheitsbedürfnis der Fahrgäste". Wobei die Fahrgäste sich eine größere Sicherheit nur einbilden können. Denn kommt es z.B. zu tätlichen Angriffen, so passiert aufgrund der Videoüberwachung rein gar nix, denn die Bilder werden weder live beobachtet, noch nachträglich systematisch ausgewertet. Erst bei Anzeigen werden die Daten des betreffenden Zeitraums angesehen, sofern noch vorhanden. Und auch wer auf Hilfe aus der Videoauswertung hofft, weil ihm/ihr in der U-Bahn die Brieftasche gestohlen wurde, hofft vergebens. Bei Vermögensdelikten wie z.B. Taschendiebstahl wurden bisher - wegen zu großem Aufwand - KEINE Auswertungen vorgenommen. Die bisherigen 32 Auswertungen betrafen nur "qualifizierte Vermögensdelikte", in der Regel Raub oder Bandenkriminalität. Und über die Aufklärungsrate bei diesen Auswertungen liegen keine Zahlen vor.

Vollständigkeitshalber sei noch erwähnt, dass die Wiener Linien und die SPÖ-Stadtregierung schon 2005 die Erfahrungen anderer europäischer Städte ignorierten - zahlreiche Studien haben nämlich eindrucksvoll bewiesen, dass Überwachungsmaßnahmen extrem rasch an Wirkung verlieren. Mittels Videoüberwachung ist – dies ist belegt - keine spürbare Verbesserung der Sicherheit oder eine Senkung der Gesamtkriminalitätsräte möglich.

Die Moral von der Geschicht? Die Behauptung, irgendwelche Verantwortliche in der Wiener Stadtregierung oder in einer Magistratsabteilung können sich über großzügige Geschenke und kostenlose Urlaube aufgrund von Einladungen der Videoüberwachungs-Produktionsfirma erfreuen, kann weder getroffen noch belegt werden. So bleibt als Hypothese für das Faktum, dass hunderttausende Euro qausi für nichts aus dem Fenster geworfen werden nur: Populismus darf schon was kosten - auch und vor allem, wenn die "Verarschten" über Gebühren- und Tariferhöhungen ohnedies selbst die Rechnung bezahlen.

Zum Thema siehe auch U-Bahn in die Schöne Neue Welt

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