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Rettet die Bäume vor der Stadt Wien

  • Friday, 12. November 2021 @ 10:32
Wenn die Stadt Wien/SPÖ in Gestalt von Sima und Czernohorszky von Klimaschutz spricht und bei jedem noch so kleinen Minipark eine peinliche inszenierte Medien-Eröffnung macht, darf uns das nicht davon ablenken, dass sie gleichzeitig Grünraum vernichten und Flächen versiegeln wie wenn ein kein Morgen mehr geben soll: Allein für den Bau einer Stadtstraße will sie insgesamt 231 Bäume - Pappeln mit mehreren Metern Stammumfang, Platanen mit ausladenden Kronen, uralte Eichen usw. töten.

Große Bäume, die besonders viel Kohlendioxid reduzieren, Schatten spenden und Wasser verdunsten und damit zur natürlichen Kühlung gegen innerstädtische Überhitzung beitragen können. Gerade alte Bäume stellen auch einen wichtigen Lebensraum - oft den Letzten - für gefährdete Tiere wie Fledermäuse, baumbrütende Vögel und Insekten dar. Doch all das ist der Stadt Wien offenbar weniger wichtig als der Straßenbau. Geht es nach der Stadt, sollen all diese Bäume fallen, und stattdessen soll die Stadtstraße - mit bis zu 50 m so breit wie eine Autobahn und vor allem für den Transitverkehr geschaffen - eine Schneise durch den 22. Bezirk ziehen. Mehr als 40 der Bäume, die von der Stadt zur Fällung freigegeben sind, stehen auf dem Gelände der Blumengärten Hirschstetten - einem Paradies für Artenvielfalt und Naherholung. Laut Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sind Ersatzpflanzungen für die gefällten Bäume vorgeschrieben. Wenn die kleinen Babybäume überhaupt überleben, würde es, so schreiben die "Lobau-bleibt" Aktivist*innen, "auf jeden Fall Jahrzehnte dauern, bis diese Bäume ähnlich groß sein werden, wie die gefällten und dann wieder unser aller CO2 speichern können. Zeit, die wir angesichts der Klimakrise nicht mehr haben."

Aber es kommt noch schlimmer: "Die Stadt Wien will nur circa die Hälfte der laut UVP vorgeschriebenen Bäume tatsächlich neu pflanzen - den Rest will sie in Form einer "Ausgleichsabgabe" kompensieren, eine Abgabe, deren Empfänger die Stadt selbst ist. Hier wird nur Geld von einer Magistratsabteilung in die andere verschoben."

Von den Aktivist*innen wurde deshalb letzte Nacht mit vielen kleinen bunten Baumbannern mit Aufschriften wie "Rette mich vor der Stadtstrasse", "Hilf mir! Ich soll für Straßenbau gefällt werden" usw. ein "Zeichen gesetzt: Gegen den Bau der Stadtstraße, gegen rücksichtslose und zerstörerische Asphaltpolitik, für den Erhalt der Bäume in Hirschstetten, für Lebensqualität, Artenvielfalt und Klimaschutz."

Weiter Infos bekommt man im Lobau Camp in der Grünanlage Anfanggasse & auf diversen Facebook- und Websites

Jutta Matysek, Umwelt- und Friedensaktivistin und ehrenamtliche Radiomacherin bei Radio Orange 94,0 (Sendereihe “trotz allem”)