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Autobahnen bauen für kommende Kriege? Nein Danke!

  • Friday, 25. June 2021 @ 08:57
Dass jede neue Autobahn motorisierten Individual Verkehr und LKW Gütertransport massiv vermehrt weiss man schon lange. Sie lasst Treibhausgas Ausstoßmengen explodieren, vernichtet riesige Mengen an kostbarem Ackerland und Naturflächen, setzt große Mengen an Luftschadstoffen frei ...kurzum: Stellt einen Angriff auf die Lebensinteressen kommender Generationen dar. Krieg gegen die Zukunft.

Weit weniger im Fokus der Öffentlichkeit ist, dass Autobahnen auch für konventionelle Kriege von großer Bedeutung sind. Dienen sie doch als Nachschubwege und zum Transport von Truppen, Waffen ect.

Z.B. wäre eine Lobau-Autobahn Teil der TEN Priority Axis Nr.25. TEN steht für Trans European Network, ein hochrangig ausgebautes Transportnetzwerk, das für die militärische Mobilität fit gemacht werden soll. Geplant ist der TEN Strecken Ausbau, neben zivilen Aufgabe als LKW Transitschneise quer durch den Kontinent, vor allem zur „Verbesserung der militärischen Mobilität“, als Teil des EU-Aktionsplans: Im Dezember 2017 wurde auf EU-Ebene die EU-SSZ oder PESCO (Permanent Structured Cooperation) von fast allen EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Österreich, unterzeichnet. Ein wichtiger Bestandteil dieses EU-SSZ ist ein rascher und reibungsloser Transport von EU-Truppen und Kriegsmaterial kreuz und quer durch Europa.
Bei der Verlegung von europäischen und nordamerikanischen NATO-Truppen in den vergangenen Jahren in die baltischen Staaten und Polen hat sich bereits gezeigt, dass vor allem in den östlichen Mitgliedsstaaten Straßen, Brücken oder Unterführungen für den Transport von schweren Kampfpanzern und anderem Kriegsgerät oft nicht geeignet sind. Laut EU-Kommission könne die EU hierbei an ihre Planungen der TEN-T anknüpfen.

Bei den TEN-T handelt es sich um ein riesiges Netzwerk von Verkehrskorridoren, das sich durch alle EU-Staaten zieht und Straßen, Schiene, Wasserwege und Flughäfen beinhaltet. Bislang sollte es hauptsächlich dem schnellstmöglichen Warentransport innerhalb des EU-Binnenmarktes dienen.

Um die TEN-T im „dual use“ neben den Zivilen auch für Militärtransporte nutzen zu können, empfiehlt die EU-Kommission sämtliche Schwachstellen zu analysieren um geeignete Pläne für Um- und Ausbau zu entwickeln.

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc verlangt darüber hinaus den Vorrang für den militärischen Bedarf in der EU-Verkehrsplanung…


Panikmache? Mitnichten. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt finden jetzt schon im “neutralen” Österreich sehr viele Militärtransporte ausländischer Armeen statt. Auch heuer wieder - trotz Corona-Pandemie - gestattete Österreich den USA und ihren Nato-Partnern militärische Truppentransporte: Von 7. Mai bis 21. Juni für das Großmanöver "Defender Europe 2021" Verlegungen von US-Streitkräften auf der Straße und per Eisenbahn, von Deutschland über Österreich nach Ungarn sowie nach Slowenien und retour, Dabei fuhren rund 800 Fahrzeuge mit etwa 2.000 Soldaten Österreich durch. Mit mehr als 28.000 Soldaten aus 26 Nationen ist "Defender Europe 2021" eines der größten Manöver in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Frage wie Truppen und Kriegsgerät schnell über die Donau bringen ist schon seit den Römern von großer Bedeutung um Kriege führen zu können. Ich halte daher eine Lobau-Autobahn nicht zu bauen halte für einen wichtigen Beitrag für eine friedlichere Zukunft, denn diese wäre für zukünftige Militärtransporte und als Nachschubweg für zukünftige Kriege sicher sehr attraktiv, schafft sie doch (gemeinsam mit der ebenfalls geplanten Marchfeldschnellstrasse) eine Verbindung nach Süden und Osten wo die NATO in ihren Manövern in den letzten Jahren “den Feind” kommender Kriege annimmt. Apropos Nachschubweg: Eine Lobau-Autobahn wäre auch eine schnellere Verbindung zwischen dem Tanklager Lobau wo strategische Treibstoff Vorräte der Republik Österreich gelagert sind und der Raffinerie Schwechat. (Die Tunnellage würde sie als Nachschubweg sogar noch attraktiver machen, sind doch Brücken beliebte Angriffsziele für Gegenangriffe feindlicher Bomber).

Deshalb: Statt Aufrüstung und militärische Nachschubwege bauen! Frieden schaffen ohne Waffen, mit echter Neutralität und Diplomatie! Nein zu den geplanten Autobahnen!

Komm zur Demo gegen eine Lobau-Autobahn am 2.7. um 17 Uhr Treffpunkt Karlsplatz.

Mehr Infos und Termine unter http://www.lobau.org

Jutta Matysek ist Umwelt- und Friedensaktivistin und ehrenamtliche Radiomacherin bei Radio Orange 94,0 (Sendereihe “trotz allem”)