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Wien, die Stadt in der für den Toilettengang bezahlt werden muss

In einer Großstadt wie Wien sollte man meinen, dass man in der gesamten Stadt öffentliche Toiletten vorfinden kann. Jedoch gestaltet sich das des Öftern zu einer ausgedehnten Suche, welche eventuell bei einer geschlossenen oder unbenutzbaren, weil verdreckten oder defekten Toilette endet.

Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass die kostenlosen öffentlichen Toiletten, vor allem bei U-Bahnstationen, weder regelmäßig gereinigt noch technisch gewartet, geschweige denn auf den neusten Stand gebracht werden. Man könnte meinen, dass sie mit Absicht verfallen gelassen werden. Stattdessen werden private Unternehmen damit beauftragt Toiletten zur Verfügung zu stellen und diese zu betreiben – dies hat jedoch nichts mehr mit kostenlosen, für die Allgemeinheit bereitgestellten, städtischen öffentlichen Toiletten zu tun. Mit dem menschlichsten aller Bedürfnisse wird hier Kapital generiert.

Wenn es keine öffentlichen Toiletten gibt, werden Menschen vom öffentlichen Leben abgehalten. Jeder der zumindest einmal an einer akuten Darmerkrankung oder auch nur einer Blasenentzündung gelitten hat, weiß, dass es, ohne die Möglichkeit auf die Toilette gehen zu können, keine Teilhabe am sozialen Miteinander geben kann. Menschen mit chronischen Beschwerden wird so die soziale Teilhabe komplett entzogen.

Im Gespräch mit verschiedenen Menschen am Donaukanal wurde die Notwendigkeit von öffentlichen Toiletten an diesem Ort sehr offensichtlich. Nicht nur, dass einige Personen weniger Konsumieren oder weniger Zeit an diesen urbanen öffentlichen Freiräumen verbringen, es bringt viele Menschen dazu ihre Notdurft direkt an diesen Plätzen zu verrichten. Dies führt jedoch zu weitreichenden Problemen. Unhygienische Zustände, Geruchsbelastung und Verschmutzung, um nur einige zu nennen.

Wohnungslose Personen sind abhängig von öffentlichen sanitären Einrichtungen. Durch eine nicht genügend ausgedehnte zur Verfügungstellung dieser Örtlichkeiten, können oft nicht die minimalsten hygienischen Anforderungen eingehalten werden. Dies führt zu vielen sozialen Stigmata und einem oft kompletten Ausschluss aus dem sozialen und gesellschaftlichen Miteinander.

Sieht man sich die baulichen Aspekte von öffentlichen Toiletten an, kann man leicht erkennen, dass auch hier ein ausgedehntes Gender-Problem herrscht. Abgesehen davon, dass Unisex-Toiletten zeitgemäß wären und viele Probleme lösen könnten, sieht man ein Ungleichgewicht in der Wichtigkeit der Geschlechter. Obwohl der Gender-Gap kein neues Thema ist, sind Toiletten ein Paradebeispiel für eine Männergerechte Welt. Männer-Toiletten haben meist dieselbe Fläche wie Frauen-Toiletten. Jedoch können weit mehr Pissoiers als Kabinen bereitgestellt werden. Diese Ungerechtigkeit wäre ganz einfach zu ändern – Männer-Toiletten werden verkleinert und Frauen-Toiletten vergrößert. Oder man errichtet ganz einfach nur noch Gender-neutrale Toiletten.

Der Bedarf an öffentlichen, kostenlos zur Verfügung gestellten und mit angestelltem Reinigungspersonal versehenen Toiletten wird in einer wachsenden Stadt stetig zunehmen. Daher sind kompetente Lösungsansätze gefordert und eine Auseinandersetzung mit diesem Thema muss erfolgen.

Öffentliche Toiletten dürfen nicht zur Klassenfrage erhoben werden. Jeder Mensch hat das Recht auf eine kostenlose, öffentliche, sichere und saubere Toilette.

Sophie Apfler, KPÖ-Bezirksrätin in Wien Leopoldstadt

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Wien Wahl 2020

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