Wir trauern um Genossin Traude Lehner

Als „Anwältin der Unterschicht“ wurde Sie im Jahr 2011 von der Bezirkszeitung (BZ), einer in Wien sehr häufig gelesenen Wochenzeitung, bezeichnet. Traude Lehner, geboren 1955, gehörte zwar nicht über Jahrzehnte hinweg der KPÖ an, aber alle, die mit Ihr zu tun hatten, konnten Ihr großes Engagement für Menschlichkeit und ein gutes Leben für alle Menschen sprichwörtlich spüren.

Mit Ihrem Verein „MindestVerUnSicherung“ versuchte Sie Menschen, die aufgrund ihrer Lebensumstände auf die Mindestsicherung angewiesen sind, durch den Behördendschungel zu helfen – wie auch die BZ anerkennend berichtete. In der Armutskonferenz und im Europäischen Netzwerk gegen Armut war Traude viele Jahre aktiv. Der freie Zugang Aller zum Gesundheitswesen und leistbares Wohnen waren Ihr zentrale Anliegen – Kämpfen gegen soziale Ungerechtigkeiten Ihr Motto.

Als Aktivistin der KPÖ Margareten engagierte sie sich für einen Sozialmarkt im Bezirk. Der Wiener Stadtleitung, dem Leitungsgremium der KPÖ-Wien, gehörte Sie über 1 Jahrzehnt an. Unvergesslich Ihr Einsatz – gemeinsam mit Ihrem Mann Rudi – bei vielen Wahlkämpfen, wenn die KPÖ wieder einmal um Unterstützungserklärungen raufen musste, um am Stimmzettel aufzuscheinen. Ob in Tirol, Salzburg, Kärnten oder Wien – Traude war zur Stelle, um Ihrer Partei und den Genossen und Genossinnen zur Seite zu stehen.

Traude war Augustin Verkäuferin und unvergessen bleibt sie auch in ihren verschiedenen Rollen bei Auftritten des 11% K.Theaters, einer bunten Mischung von Augustin-Verkäufer*nnen. Neben aktionistischen Performances im öffentlichen Raum bringt diese Gruppe jährlich ein neues Theaterstück auf die Bühne. Ein bedeutender Höhepunkt war wohl die Aufführung „Sauschlachten“, die 2014/2015 gemeinsam mit dem Autor Peter Turrini erarbeitet wurde. Bei der Auswahl der Stücke lässt sich das 11% K. Theater von der Ablehnung von Ausgrenzung und Menschenverachtung, vom Kampf der normalen Leute um ein besseres, ein gutes Leben leiten.

Liebe Genossin Lehner, liebe Traude – Du wirst uns in der Partei und auf der Bühne, bei Veranstaltungen und bei Aktionen auf der Straße fehlen und wir werden Dich als große Kämpferin für eine soziale und demokratische Gesellschaft in Erinnerung behalten.