Mehr für Care

Am 7. Juni brachte das LINKS-KPÖ-Team in der Sitzung der Bezirksvertretung Margareten einen Antrag zum Thema „Mehr für Care“ ein, der mit den Stimmen von SPÖ, Grünen, NEOS und LINKS-KPÖ – gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ – beschlossen wurde.

Nachfolgend die Rede von Bezirksrätin Claudia Krieglsteiner.

Ich freue mich, das erste Mal in der Bezirksvertretung sprechen zu können – noch dazu zu diesem Thema, das mir ein Herzensanliegen ist.

Wir – wir alle – haben ein sehr großes Problem und es wächst. Sorgearbeit, die traditionell von Frauen gratis oder in schlecht bezahlter und zu belastend organisierter Erwerbsarbeit geleistet wird, wird mehr und mehr gebraucht, aber immer weniger Menschen sind bereit sie unter den gegebenen Bedingungen zu leisten.

„Femme Fiscale“ – eine Vernetzung von Attac, Österreichischer Frauenring, Plattform 20.000 Frauen, Katholische Frauenbewegung u.a. – hat ein feministisches Konjunkturpaket erarbeitet, das dieser Entwicklung entscheidend entgegenwirkt. 12 Milliarden Euro für Bildung, Pflege und Solidarität!

Ökonominnen konnten zeigen, dass die so neu geschaffenen und wieder besetzbaren Arbeitsplätze sich sehr positiv auf die Volkswirtschaft auswirken. Nämlich nicht als Profite für Finanzjongleure und Spekulanten, sondern als wachsende Kaufkraft, die sehr rasch in den Konsum geht und als Steuern und Sozialabgaben wieder in die öffentlichen Budgets kommt. Und natürlich sind das „Grüne Jobs“ die kaum CO2 Ausstoß verursachen.

Also wenn wir daran denken, dass wir alle – hoffentlich – alt werden, und dann nicht ausschließlich von Angehörigen gepflegt werden wollen oder können, dass unsere Kinder und Enkel in Kindertageseinrichtungen gut betreut und nicht von überforderten und unterbesetzten Beschäftigten aufbewahrt werden sollen, dass Schulen nicht nur dazu da sein sollen auszusortieren und Schüler*innen wie Lehrer*innen zu frustrieren, brauchen wir MEHR für CARE!

Ich ersuche Sie deshalb unserem Antrag zuzustimmen.