50 Jahre Fristenlösung

Pressestelle - Wien

29. Januar 2025

Vor 50 Jahre wurde in Österreich die sogenannte Fristenlösung umgesetzt. Sie legalisiert Schwangerschaftsabbrüche nicht, stellt sie aber unter bestimmten Bedingungen straffrei. Das war in den 70ern ein großer gesellschaftlicher Fortschritt, denn Abtreibungsverbote verhindern keine Abtreibungen. Sie verhindern lediglich den Zugang der Mehrheit von ungewollt Schwangeren zu medizinisch sicheren Abbrüchen!Allerdings gilt ein Schwangerschaftsabbruch in den allermeisten Fällen als Privatleistung. Kosten sind unterschiedlich hoch und stellen für viele ungewollt schwangere Frauen und Personen eine große Hürde dar. Dazu kommt, dass es keine flächendeckenden Angebote gibt – obwohl mittlerweile auch medikamentöse Abbrüche sicher möglich sind, die keine Infrastruktur für eine Operation brauchen. Das heißt, wer Zugang zu einer Abtreibung hat ist nach wie vor eine finanzielle, also eine Klassenfrage.ALs KPÖ fordern wir daher:Übernahme von Kosten für Schwangerschaftsabbrüche durch die gesetzliche KrankenversicherungLeistungsangebot für kostenlose medikamentöse und chirurgische Abbrüche in allen öffentlichen Spitälern – Wien muss hier mit gutem Beispiel voran gehen!Kostenlosen und niedrigschwelligen Zugang zu Verhütungsmitteln und Aufklärungsarbeit.Im letzten Jahrzehnt findet – international und auch in Österreich – eine von konservativen religiösen Kräften vorangetriebene Repolitisierung von Abtreibung statt und Errungenschaften sind in Gefahr. ÖVP und FPÖ tragen Forderungen der christlicher Abtreibungsgegner:innen teilweise mit, sie sind Teil ihrer antifeministischen Programme. Für uns Kommunist:innen ist aber klar, dass reproduktive Selbstbestimmung – also ein freier Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen – ein unerlässlicher Baustein demokratischer und gleichberechtigter Teilhabe an Gesellschaft ist!

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