Ein Pensionist als Bezirksrat
Pressestelle - Wien
3. März 2025
Zu den kommenden Wahlen in Wien werde ich als 74-jähriger Pensionist oft gefragt, warum ich mir die Tätigkeit als Bezirksrat in meinem Alter noch antue.
Einfach weil ich es als wichtig erachte, in der Bezirkspolitik auf sämtliche Bedürfnisse älterer Menschen hinzuweisen und bei Entscheidungen auf kommunalpolitischer Ebene, die Berücksichtigung der Interessen der älteren Generation zu erwirken.
Wir sind uns doch einig, eine altengerechte Stadt sollte so gestaltet sein, dass sie den Bedürfnissen älterer Menschen in allen Aspekten des Lebens gerecht wird. Dies betrifft – um nur einige Beispiele zu nennen – Barrierefreie Infrastruktur, altengerechte Wohnformen, sichere Mobilität, soziale Teilhabe, Gesundheitsversorgung mit mobilen Pflegediensten, und so weiter. Menschen, die nicht selbst davon betroffen sind, wird oft nicht bewusst, dass zum Beispiel viele ältere Menschen in alten Wohnungen leben, die nicht altersgerecht sind. Ist das Siegenhaus barrierefrei, gibt es einen Lift, kommt man mit Rollstuhl, mit Gehhilfen überhaupt durch das Haustor? Gibt es hier keine Lösung, bleibt oft nur der Wohnungswechsel. Und das ist schwierig bei derartig hohen Mietpreisen in Wien noch geeigneten und bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Oder nehmen wir die Mobilität. Ältere Menschen sind oft auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, die aber nicht immer barrierefrei sind. Hohe Bordsteine, lange Wege zu Haltestellen, lange Intervalle und überfüllte Züge verschärfen Mobilitätsprobleme die berücksichtigt und verbessert werden sollen.
Beratung und Hilfe könnte hier vom Fonds-Soziales-Wien (FsW) kommen. Leider gibt es aber viel zu wenige Beratungsstellen. Was spricht denn dagegen die Zahl der permanenten Bezirks-Beratungsbüros zu erhöhen und so an die Bedürfnisse der Wiener und Wienerinnen anzupassen?
In meinem Verständnis basiert eine altengerechte Stadt also auf der Idee, dass alle Einwohner, unabhängig von ihrem Alter, ein selbstbestimmtes und aktives Leben führen können, mit vollem Zugang zu Ressourcen und Möglichkeiten. Solch eine Stadt ist nicht nur für ältere Menschen angenehm, sondern auch für alle anderen Altersgruppen. Genau dafür möchte ich mich nochmals dieser Aufgabe stellen.