Erinnern heißt Kämpfen

Pressestelle - Wien

21. März 2025

Am 15. Februar beging die KPÖ Brigittenau ihr traditionelles Februargedenken. Gemeinsam mit Genossinnen und Genossen von befreundeten Organisationen wie u.a. KJÖ und Jungen Linken wurde an jene erinnert, die sich im Februar 1934 aktiv gegen den Faschismus aufgelehnt hatten sowie an jene, die im Kampf gegen Faschismus und Unterdrückung ermordet wurden.

Mehr als 40 Leute zogen vom Maria-Restituta-Platz zum nahe gelegenen und nach dem Februarkämpfer Josef Gerl benannten Gerlhof, wo unsere Genossinnen und Genossen auf SPÖ, Freiheitskämpfer und die SJ trafen. Gemeinsam mit ihnen wurde Josef Gerl, den kommunistischen, sozialistischen und sozialdemokratischen Februarkämpfern und den auch im Gerlhof durch eine Tafel verewigten, von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfern Johann Sebesta, Karl Hodac und Walter Schopf gedacht. Die dort gehaltenen Reden betonten die Bedeutung davon, die Erinnerung an jene, die sich gegen den Faschismus und Nationalsozialismus stellten, hochzuhalten.

Gerade jetzt, unter den Bedingungen, unter denen wir heute leben ist ein starkes Bewusstsein für die antifaschistische Geschichte und Ausrichtung unserer Bewegung zentral, um effektiv gegen heutigen Faschismus zur Wehr setzen zu können.

Zum Abschluss versammelte sich die KPÖ Brigittenau und befreundete Organisation am Denkmal der KPÖ für die Opfer des Faschismus am Höchstädtplatz.

Die Bedeutung dieses und insbesondere dieses gemeinsamen Gedenkens ergibt sich aus der Bedeutung der Geschichte des Februar 1934 für die österreichische marxistische Linke:  Nach den gescheiterten Februarkämpfen kam es zu einer vorher unvorstellbaren Annäherung von Kommunisten und Sozialdemokraten im Angesicht des Faschismus: Die KPÖ, die bereits Untergrundarbeit vorbereitet hatte und sich der Maxime „Massenarbeit, Massenkampf, Massenwiderstand, Einheitsfront“ verschrieben hatte, erhielt Zulauf von den Revolutionären Sozialisten, der Nachfolgeorganisation der verbotenen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Österreich.

Als zentrale Erfahrung der gesamten marxistischen Linken Österreichs führte der Februar 1934 zu einem Zusammenrücken von Sozialistinnen und Sozialisten und Kommunistinnen und Kommunisten in Gegnerschaft zu Austrofaschismus und Nationalsozialismus: Vom Gemeindebau in Wien über die Kämpfe in Spanien bis hin zum aktiven Beitrag zur Befreiung Österreichs – es ist eine gemeinsame Geschichte des Widerstandes.

Diese Geschichte des Widerstandes und die Erinnerung an die vielen Opfer der kommunistischen Bewegungen im Kampf gegen den Nationalsozialismus sind zentraler und bedeutsamer Teil der politischen Praxis der KPÖ Brigittenau. Für uns gilt: Erinnern heißt Kämpfen!