Fünf Jahre Sperre: KPÖ will einen Steinitzsteg für alle

Bezirksgruppe

22. April 2026

Bereits fast 2.000 Unterschriften hat eine Petitionswerberin aus Floridsdorf gesammelt, um den Steinitzsteg für den Geh- und Radverkehr zu erhalten. Nötig sind nach Wiener Landesgesetz 500 Unterschriften, damit die Petition im Ausschuss des Gemeinderates behandelt wird. 

Durch Sanierung der Nordbrücke soll der Steinitzsteg ab dem Jahr 2027 für die Dauer von fünf Jahren zur Gänze vom motorisierten Individualverkehr genutzt werden. Geh- und Radverkehr sind dann unmöglich, obwohl die "gelbe Brücke" derzeit einzig dafür genutzt wird. Fußgänger haben dann weniger Platz als in den 1980er Jahren, als es an der Nordbrücke selbst noch einen schmalen Geh- und Radweg gab, der beseitigt wurde.

Der Floridsdorfer Bezirksrat Ewald Magnes bezieht zur Petition Stellung: "Die KPÖ tritt als einzige Partei für eine Lösung ein, die allen hilft: Es soll stadtseitig ein Seitenelement am Steinitzsteg errichtet werden, das - während der Freigabe des bestehenden Weges für den motorisierten Verkehr – zumindest als schmaler Baustellen-Ersatz für den Geh- und Radverkehr dient."

Dieses Seitenelement könne nach der fünfjährigen Bauzeit als Panoramaweg touristisch und volksbildnerisch einer Nachnutzung zugeführt werden. Auch die Vermittlung der Lokalgeschichte der umliegenden Gebiete wäre denkbar. Zugleich können Fuß- und Radverkehr im Anschluss endlich baulich getrennt werden, wodurch Nutzungskonflikte (z.B. wegen unterschiedlicher Geschwindigkeiten oder Hunden) besonders im Sommer reduziert werden. Wir fordern die Stadt Wien auf, ein solches Seitenelement am Steinitzsteg umzusetzen.

Die Sachlage, unabhängig von politischen Meinungen: Die Republik Österreich hat sich vertraglich zu Klimazielen verpflichtet. Erreicht Österreich diese Ziele nicht, drohen Strafzahlungen in der Höhe von aktuell rund drei Milliarden Euro. Derzeit ist unser Land weit davon entfernt, die definierten Ziele zu erreichen. 

Jeder Cent, der heute nicht für die Stärkung des Umweltverbundes ausgegeben wird, muss später bezahlt werden: Dann jedoch, ohne dafür eine Leistung in Form von Infrastruktur zu erhalten. Das ist die völlig verantwortungslose Politik der etablierten Parteien, die wir zutiefst ablehnen: Die Beiträge der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sollen endlich sinnvoll in die Stärkung der Infrastruktur investiert werden. Weder Wien, noch die Bundesregierung dürfen das Geld unserer Leute einfach wegen Zielverfehlung gegenüber der EU „verbrennen“.

Im Bereich des Verkehrs bedeutet erläuterte Sachlage, den sogenannten „Umweltverbund“ zu stärken: Der Umweltverbund ist ein zentraler Begriff aus der Verkehrsplanung. Er bezeichnet die Fortbewegungsarten, die im Vergleich zum Auto umweltfreundlicher, platzsparender und oft auch gesünder sind (Fußverkehr, Radverkehr, öffentlicher Verkehr). 

Gleichzeitig treten wir gerade in Floridsdorf massiv dagegen ein, die Pendlerinnen und Pendler zu quälen, weil sie durch Versagen der herrschenden Politik noch keine passende Alternative im Umweltverbund („Öffis“, Radschnellwege usw.) vorfinden.

Der Steinitzsteg ist die einzige, ampelfreie Verbindung aus dem Bezirk Floridsdorf nach Döbling und weiter in die Innenbezirke. Nordbrücke und Steinitzsteg müssen allen Verkehrsteilnehmenden dienen. "Andere Staaten zeigen vor, dass Seitenelemente wie am Steinitzsteg technisch innerhalb kürzester Zeit errichtbar wären. Für Wien gilt: Wo ein politischer Wille, da ein Geh- und Radweg. Die Regierenden dürfen sich nicht hinter Bürokratie verstecken", so KPÖ-Bezirksrat Ewald Magnes abschließend.