Kampf um den Markt
Pressestelle - Wien
9. September 2025
Der Hannovermarkt, so wie ihn die Bevölkerung schätzt, wird laut KPÖ durch neue Umgestaltungspläne der NEOS, die im Zuge der Langen Nacht der Märkte präsentiert wurden, bedroht. Die KPÖ warnt vor einer Zerstörung des Marktes und einer Verdrängung des leistbaren Angebots durch einen kostspieligen Umbau. “Wir werden nicht zulassen, dass die NEOS mit Schützenhilfe der SPÖ einen Markt nach dem anderen zerstören. Die Bevölkerung will einen echten Markt zum Einkaufen von günstigen Lebensmitteln, keinen toten und unleistbaren Markt”, so Matthias Kaltenböck, Klubvorsitzender der KPÖ Brigittenau.
Mit der Angelobung der neuen Stadtregierung wurde den NEOS von der SPÖ die Zuständigkeit für Märkte überlassen. Ihr erstes eigenes Prestigeprojekt in dieser Zuständigkeit soll nun offenbar die Umgestaltung des Hannovermarkts in der Brigittenau werden. Erste Bilder und Vorstellungen auf deren Homepageund bei der Präsentation am Markt selbst zeigen, in welche Richtung der Umbau gehen soll: hypermoderne Glashäuser und ein teureres Angebot für eine von den NEOS herbeiersehnte “neue Kundschaft” für die das derzeitige Angebot “nicht attraktiv” sei. Doch selbst in einer eigens von den NEOS initiierten nicht repräsentativen Online-Umfrage, die von der KPÖ als scheindemokratische Blendgranate bezeichnet wird, waren mehr als zwei Drittel der Teilnehmer mit dem Angebot am Markt zufrieden oder sehr zufrieden.Die KPÖ warnt: “ Der von den NEOS verbreitete Slogan “Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit”, ist in diesem Zusammenhang eine Drohung. Eine Drohung, dass die Stände, die derzeit vorwiegend günstiges Obst, Gemüse und Fleisch verkaufen, schon bald verschwunden sein werden und durch touristische Szenegastronomie, teure bio-Weiderind und Feinkostkäse Ständeersetzt werden,” so Matthias Kaltenböck von der KPÖ. Im Bezirksprogramm 2025 der NEOS kündigen sie außerdem an, dass der Parkplatz direkt am
Markt für eine Umgestaltung geopfert werden soll.Für die Standler, die sich sogar mehr Parkplätze rund um den Markt wünschen, wäre das eine große Herausforderung und bei den Marktbesuchern wird dadurch auch keine Begeisterung ausgelöst, ist sich die KPÖ sicher.
Mit Anträgen in der Brigittenauer Bezirksvertretung und mit Millionen, die von der SPÖ auf Landesebene freigemacht werden, wollen die NEOS den Umbau erzwingen.Und das, obwohl der Markt erst 2020 aufwändig um 1,35 Millionen Euro saniert wurde.Dennoch zeigte sich die SPÖ Bezirksvorsteherin der Brigittenau Christine Dubravac-Widholm in einem Interview mit den Bezirksnachrichten den Plänen der NEOS offen gegenüber.
Neben den Marktbesuchern, die sich über politische Meinungsunterschiede hinweg schockiert von den Plänen zeigen, stehen auch die Standler selbst einer Veränderung des Marktes skeptisch gegenüber. Sie betonen laut KPÖ, dass der geplante Umbau nicht nur den Marktbetrieb während der Bauarbeiten beeinträchtigen, sondern dadurch auch der Charakter des Marktes und seine Kundschaft verloren gehen würde. Für die Standler könnte das existenzbedrohend sein. Die KPÖ befürchtet außerdem, dass mit einem Umbau nicht nur der Markt unleistbar wird, sondern auch die Wohnungen um den Markt langsam aber sicher teurer werden. “Von anderen Märkten wie dem Meidlinger Markt oder dem Karmelitermarkt wissen wir, dass nicht nur die Preise am Markt durch die Pseudo-Attraktivierung steigen, sondern auch die Mieten in der Umgebung langfristig in die Höhe schießen”, so Matthias Kaltenböck von der KPÖ.
Auffällig an der Argumentation der NEOS für die Umgestaltung ist der Fokus auf die zukünftigen Bewohner des Nordwestbahnhofs.So findet sich im Koalitionsprogramm der neuen Stadtregierung die Schaffung einer “Genusshalle” am Areal des Nordwestbahnhofs mit Feinkostständen, Streetfood und Weinbars.Die exklusive Vorstellung, die die NEOS von Märkten haben, wird auch durch ihr Marketing unter dem Slogan “Wiener Club der Märkte NEOS est. 2025”deutlich. Für die KPÖ zeigt das deutlich, was durch die Marktzuständigkeit der NEOS droht: “Die SPÖ hat die Marktzuständigkeit und damit die Märkte für ihre eigenen Interessen geopfert und lässt zu, dass die letzten echten Märkte nach und nach von den NEOS zerstört und in exklusive Gourmettempel umgebaut werden. Wenn wir uns hier nicht dagegenstellen, wird es bald in ganz Wien keinen einzigen echten Markt mehr geben”, so KPÖ-Bezirksrat Matthias Kaltenböck abschließend.