Liesing: Bericht zu unserem Novembergedenken am Friedhof Atzgersdorf
Pressestelle - Wien
2. November 2025
KPÖ LIESING| ANTIFASCHISMUS
Gemeinsam mit demKZ-Verband Wienhaben wir zu Allerheiligen am Friedhof Atzgersdorf den Liesinger Freiheitskämpfer:innen gedacht. In kurzen Worten hat KPÖ-Bezirksrat Rainer Hackauf dabei die Hintergründe des Denkmals eingeordnet. Das sogenannte »Freiheitskämpferdenkmal« wurde von der KPÖ Liesing initiiert und erinnert an 24, in den Jahren 1932-1945, ermordete Antifaschist:innen. Das Denkmal wurde 1954 vom Bildhauer und kommunistischen Widerstandskämpfer Franz Pixner gestaltet, der auch im Auftrag der Stadt Wn tätig war. Näheres zu den Hintergründen des Denkmals findet sich auch in diesem Beitrag auf unserer Website »Folgende Liesinger:innen sind für Österreichs Freiheit gefallen«.
Im Zuge der kurzen Einführung wurden zwei am Denkmal erinnerte Personen herausgegriffen. Karl Schafhauser, Mitglied der Sozialdemokratsichen Arbeiterpartei und Angehöriger des Republikanischen Schutzbundes, wurde 1932 von Nationalsozialisten in Liesing auf offener Straße ermordet und ist damit eines der ersten Todesopfer in Österreich, das dem Nazi-Terror zum Opfer fiel. Therese Klostermann, die einzige Frau am Denkmal, engagierte sich im kommunistischen Widerstand. Gemeinsam mit drei weiteren Genossen stand sie im Herbst 1943 in Wien vor dem Volksgerichtshof. Die Anklage lautete auf „Vorbereitung zum Hochverrat“. Sie wurde zum Tode verurteilt und am 13. März 1944 im Wiener Landesgericht mit dem Fallbeil hingerichtet.
Nichte und Neffe der am Denkmal verewigten Karl Schafhauser und Josef Müller (1945 ermordet) berichteten anschließend von Erinnerungen aus ihren Familien an die beiden Onkeln. Eindrücklich waren auch die Schilderungen von den zwei Zeitzeugen – Willi Gedlicka und Erwin Träger – an ihre Erinnerungen an den Widerstand. Als Kinder wurden diese von ihren Vätern zu Zwangsarbeitslagern am Laaer Berg und in Liesing mitgenommen, um diesen Essen zuzustecken. Handlungen, die damals mit dem Tod bedroht waren. Erwin Träger erinnerte sich, dass er von den Häftlingen als Dankeschön selbstgemachte Spielsachen bekommen hat.
KPÖ-Bezirksrat Rainer Hackauf: »Die Gedenkveranstaltung soll als Auftakt dienen, Erinnerungen dieser letzten Zeitzeugen aus Liesing in Zusammenarbeit mit dem KZ Verband Wien in einem eigenen Projekt im Laufe der kommenden Monate zu dokumentieren. Ganz im Sinne eines aktiven »Niemals vergessen!«.« Dem KZ Verband Wien und seinem Obmann Mathias Lichtenwagner danken wir überdies recht herzlich für die Unterstützung unserer kleinen Gedenkveranstaltung.
Dass die Erinnerung an den Widerstand nicht nur für die KPÖ wichtig ist, hat auch eine andere Veranstaltung im Bezirk gezeigt. Walter Farthofer war ein paar Tage zuvor auf Einladung desBundes Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnenLiesing zu Gast, um sein wichtiges Buch »Tramway Geschichte(n) – Wiener Straßenbahner im Kampf gegen den grünen und braunen Faschismus« vorzustellen. Darin wird u.a. auch den kommunistischen Straßenbahnern erinnert, die in der Zeit zwischen 1938 und 1945 wegen ihrer Tätigkeit für die KPÖ hingerichtet wurden.
Wir alle sind Liesing!
Daher treten wir ein für einen Bezirk, in dem sich alle frei und ohne Angst bewegen können, in dem alle Menschen eine leistbare Wohnung haben, in dem alle Menschen Zugang zu einer guten Sozial- und Gesundheitsversorgung haben, in dem es öffentliche Plätze und Grünraum mit hoher Aufenthaltsqualität für alle gibt, in dem Junge und Alte ein entsprechendes Angebot an Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen vorfinden, in dem alle Menschen mitbestimmen können, in dem kein Mensch illegal ist.