Liesing: Bericht zu unserer Bezirkserkundung Alterlaa
Pressestelle - Wien
8. Oktober 2025
KPÖ LIESING| ALTERLAA
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Unsere Erkundung begann im Kaufpark Alterlaa, dem zur Wohnhausanlage zugehörigen Einkaufszentrum. Dort haben wirWilhelm L. Anděl– Erstbewohner von Alterlaa und langjähriger Mieterbeirat – getroffen, der uns in der Folge durch die Wohnhausanlage – nächstes Jahr feiert sie ihren 50igsten Jahrestag der Erstbesiedelung – geführt hat. Während der Begehung erhielten die Teilnehmer:innen umfassende Informationen zur Geschichte und Konzeption der Wohnbauten, die in den 1970er-Jahren unter der Leitung desArchitekten Harry Glücknach dem Modell gestapelter Einfamilienhäuser errichtet wurden. Das sympathische Motto von Harry Glück: »Wohne wie Reiche, auch für Arme«.
Kunst in Alterlaa
Erste Station der Begehung war dieEingangshalle der Stiege A1/A2, die vom kommunistischen Maler und Bildhauer Alfred Hrdlicka künstlerisch gestaltetwurde. Hrdlicka hat dabei auf Stiege A1 ein ganz besonderes Fresko hinterlassen: ein Denkmal an den Kampf der Arbeiterklasse um Befreiung. Im Laufe des weiteren Rundgangs erfuhren wir, dass auch die weiteren Stiegenhäuser des A-Blocks auf Einladung des Architekten Harry Glück von Künstlern aus dem KPÖ-Umfeld gestaltet wurden.
Gemeinschaftliche Infrastruktur
Am Dach im 27. Stock in knapp 100 Meter Höhe angelangt – der Dachpool hatte leider schon Winterpause –, galt unser besonderes Augenmerk den markanten Terrassenwohnungen, den großzügig gestalteten Grün- und Gemeinschaftsflächen sowie der Infrastruktur innerhalb der Anlage, die u.a. Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten, Schulen, Sportanlagen und medizinische Einrichtungen umfasst. Auch das für damalige Verhältnisse innovative Konzept der „Stadt in der Stadt“ – angelehnt an die Superblocks des Roten Wien – wurde ausführlich thematisiert. Besonders an Alterlaa sind freilich auch die unterschiedlichen Freizeitmöglichkeiten, die einerseits Saunen, Pools und Hallenbäder umfassen, andererseits wesentlich auch von denClubs und Vereinen vor Ortgeprägt werden.
Decarb Alterlaa
Hervorgehoben wurde deranstehende Umstieg auf erneuerbare Energie in Alterlaa. Die Ausstattung vieler Dachflächen mit Photovoltaikanlagen war in den letzten Jahren ein erster Schritt in diese Richtung. Mit dem Tausch aller Türen und Fenster und der Umstellung auf Geothermie in den kommenden Jahren, ist Alterlaa nunmehr das größte Beispiel im Feld Wohnen in ganz Europa für den Umstieg weg von Gas.
Mitbestimmung statt Privatisierung
Ein zweites Augenmerk wurde beim Rundgang auf wenig beachtete Themen gelegt, etwa zur Funktionsweise und Betrieb von Alterlaa. So konnte in der Vergangenheit durch den Mieterbeirat verhindert werden, dass Angestellte des Wohnparks in externe Firmen ausgelagert bzw. privatisiert werden. Das heißt, rund 50 Mitarbeiter:innen arbeiten direkt für die Bewohner:innen von Alterlaa bzw. denHauseigentümer AEAG– die gemeinnützige Alterlaa Aktiengesellschaft. An der Aktiengesellschaft sind alle Bewohner:innen beteiligt, daher diese sind Miteigentümer:innen von Alterlaa. Gemeinsam mit Vertreter:innen der Angestellten sind auch die Bewohner:innen zu 50% im Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft vertreten – die anderen 50% werden von der städtischen Wohnbaugesellschaft GESIBA gestellt.
Internationales Augenmerk
Im Zuge der Begehung konnten sich die Teilnehmer:inne ein Bild davon machen, wie das Zusammenspiel von Architektur und sozialem Wohnbau in Alterlaa bis heute das Leben der Bewohner:innen prägt und auch international für Aufsehen sorgt. So hat diePartei Die Linke zuletzt in Anlehnung an Alterlaa Dachpools auf städtischen Wohnhausanlagen gefordert. EineDelegation der US-Demokrat wurde vor einigen Jahren durch Alterlaa geführt, der demokratisch-sozialistischeBürgermeisterkandidat für New York, Zohran Mamdani, bezieht sich im aktuellen Wahlkampf stark auf das »Wiener Modell«, wie uns unser Guide Wilhelm L. Anděl berichtet.
Abschluss der Erkundung
Der Besuch endete nach etwa zweieinhalb Stunden mit einem kurzen gemeinsamen Resümee. Insgesamt wurde der Rundgang als informativ und aufschlussreich wahrgenommen und bot besondere Einblicke in eines der bekanntesten Wohnbauprojekte Wiens.
Und es wird nicht der letzte Rundgang gewesen sein! Bei Interesse freut sich KPÖ-Bezirksrat Rainer Hackauf, selbst Bewohner von Alterlaa, über eine Kontaktaufnahme unter:[email protected].
Wir alle sind Liesing!
Daher treten wir ein für einen Bezirk, in dem sich alle frei und ohne Angst bewegen können, in dem alle Menschen eine leistbare Wohnung haben, in dem alle Menschen Zugang zu einer guten Sozial- und Gesundheitsversorgung haben, in dem es öffentliche Plätze und Grünraum mit hoher Aufenthaltsqualität für alle gibt, in dem Junge und Alte ein entsprechendes Angebot an Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen vorfinden, in dem alle Menschen mitbestimmen können, in dem kein Mensch illegal ist.