Liesing: Folgende Straßennamen erinnern an den Kampf für die Befreiung vom Faschismus​

Pressestelle - Wien

25. April 2025

Fröhlichgasse: Johann Fröhlich, 1934 während der Februarkämpfe ermordetJohann Fröhlich (*21. November 1911; +15. Juli 1934 in Kaltenleutgeben) war ein österreichischer Arbeiter und Widerstandskämpfer gegen den Austrofaschismus. Am 15. Juli 1934 kam es auf der Predigerstuhlwiese zu einer illegalen Kundgebung zum Gedenken an den Justizpalastbrand sieben Jahre zuvor. Während einer Ansprache von Rosa Jochmann traten faschistische Schutzkorpsleute und Gendarmen aus dem Wald, die Gewehre im Anschlag. Richard Lehmann erhob die rote Fahne, es löste sich ein Schuss und er sank tödlich getroffen zu Boden. Sein Freund Johann Fröhlich aus Liesing wollte die Fahne aufheben und wurde ebenfalls erschossen. Quelle: Wikipedia.

Goldhammergasse: Alfred Goldhammer, 1943 in Wien hingerichtetSchon am 6. Mai 1947 wurde die Goldhammergasse in Wien-Liesing nach dem antifaschistischen Widerstandskämpfer Alfred Goldhammer (1907–1942) benannt. Wegen seiner Beteiligung an denFebruarkämpfen wurde Goldhammer zu sechs Jahren Kerker verurteilt und im Anhaltelager Wöllersdorf festgehalten. Nach 1938 befand er sich im Widerstand gegen das NS-Regime, als Mitglied der Betriebsgruppe Austro-Fiat. Politisch war er zur illegalen KPÖ gewechselt. Er agierte von April bis September 1940 alsKPÖ-Leiter von Floridsdorf. Goldhammer wurde am 5. Juni 1941 verhaftet, am 17. Dezember 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 13. April 1943 (mit weiteren fünf Angeklagten) hingerichtet. Quelle: Peter Autengruber.

Brüder Heindl Gasse: Franz und Michael Heindl, 1944 hingerichtetFranz Heindl (*26. Juni 1906 in Wien) war Hilfsarbeiter, arbeitete in der Akkumulatorenfabrik Varta (heute ÖFA-Akkumulatoren GmbH) in Liesing. Er wurde gemeinsam mit seinem fünf Jahre älteren Bruder Michael Heindl (*29. September 1901 in Wien), einem Eisenbahner, von der Gestapo Wien verhaftet und verhört. Beide waren aktive Mitglieder der Kommunistischen Partei Österreichs. Die Anklage lautete auf „Vorbereitung zum Hochverrat“. Die Brüder Heindl wurden – gemeinsam mit den Genoss:innen Franz Anderle, Franz Hauer, Therese Klostermann und Max Schrems – am 27. November 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 13. März 1944 wurden die Gebrüder Franz und Michael Heindl mittels Guillotine im Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts hingerichtet. Gemeinsam mit den Brüdern wurden an diesem Tag 14 weitere Widerstandskämpfer vom NS-Regime ermordet. Quelle: Wikipedia.

Kanitzgass: Dr. Otto Felix Kanitz, Revolutionärer Sozialist, 1940 im KZ umgebrachtOtto Felix Kanitz (*5. Februar 1894) war ein österreichischer Sozialist, Pädagoge, Schriftsteller, Politiker und Vertreter der Individualpsychologie. Im November 1938 wurde Otto Kanitz als Jude und Mitglied der Revolutionären Sozialisten von der Gestapo verhaftet und in das KZ Buchenwald eingeliefert, wo er am 29. März 1940 starb. Quelle: Wikipedia.

Klostermanngasse: Therese Klostermann, 1944 in Wien hingerichtet

Therese Klostermann (*1. Juli 1913 in Wien) war Arbeiterin in der Schuhfabrik Aeterna und Mitarbeiterin der KPÖ-Kreisleitung III, die neben den Bezirken 2, 3 und 10 auch Atzgersdorf und Brunn am Gebirge umfasste. Sie organisierte Spenden für die Unterstützung von Angehörigen politisch Inhaftierter, wurde am 4. Jänner 1943 verhaftet und am 27. November 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 13. März 1944 gemeinsam mit den Genossen Franz Anderle, Franz Hauer, den Brüdern Franz und Michael Heindl, sowie Max Schrems – vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Die Anklage hatte auf „Vorbereitung zum Hochverrat“ gelautet.

Dem Urteil ist zu entnehmen: „Die Angeklagten Klostermann, Gebrüder Heindl, Franz Hauer, Anderle und Schrems sind dadurch, dass sie bis Ende 1942 als Funktionäre der Kommunistischen Partei versucht haben, die Heimatfront zu zersetzen, der schwer kämpfenden Front in den Rücken gefallen. Solche Taten können nur mit dem Tode gesühnt werden. Der nationalsozialistische Staat würde sich selbst aufgeben, wenn er Menschen, die noch im 4. Kriegsjahr bewusst für den Kommunismus arbeiteten, nicht endgültig aus der deutschen Volksgemeinschaft ausschließen würde.“ – Volksgerichtshof: Todesurteil gegen sechs Hietzinger und Liesinger Widerstandskämpfer, 27. November 1943

Quelle: Wikipedia; Peter Autengruber.

Lehmanngasse: Richard Lehmann, Februarkämpfer, gestorben 1943

Richard Lehmann (*7. September 1911) war zuerst bei den Roten Falken, danach bei der Sozialistischen Arbeiterjugend aktiv. Nach dem Verbot der Sozialdemokratie im Austrofaschismus schloss er sich den Revolutionären Sozialisten Österreichs an. Am 15. Juli 1934 kam es auf der Predigerstuhlwiese zu einer illegalen Kundgebung zum Gedenken an den Justizpalastbrand sieben Jahre zuvor. Während einer Ansprache von Rosa Jochmann traten faschistische Schutzkorpsleute und Gendarmen aus dem Wald, die Gewehre im Anschlag. Lehmann erhob die rote Fahne, es löste sich ein Schuss und er sank tödlich getroffen zu Boden. Sein Freund Johann Fröhlich aus Liesing wollte die Fahne aufheben und wurde ebenfalls erschossen. Quelle: Wikipedia.

Stipcakgasse: Leopold Stípčak, 1944 in Wien hingerichtet

Leopold Stípčak (*10. Dezember 1909) war er ab 1929 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Siebenhirten. Als diese 1934 im Austrofaschismus verboten wurde, schloss er sich den illegalen Revolutionären Sozialisten an. Nach dem Zusammenbruch der Organisation suchte er Kontakt zur KPÖ und baute eine neue Widerstandsgruppe auf. Er war in Vösendorf als Zellenleiter konspirativ tätig. Im September 1942 wurde Stípčak verhaftet und im Februar 1944 vom 5. Senat des Volksgerichtshofs mit Apollonia Binder, Florian Binder und Felix Schmidbauer wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt. Nach Ablehnung von zwei Gnadengesuchen wurde das Urteil am 26. April 1944 vollstreckt. Quelle: Wikipedia; Peter Autengruber.

Johann Teufel Gasse: Johann Teufel, 1943 in Wien hingerichtet

Johann Teufel (*12. Dezember 1896 in Wien) war Tischlergehilfe bei Steyr Daimler Puch und Mitglied der KPÖ. Im September 1941 wurde er wegen seiner Betätigung für die KPÖ verhaftet und vom Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ am 21. November 1942 zum Tode verurteilt. Johann Teufel wurde am 16. Juni 1943 im Landesgericht Wien mit der Guillotine hingerichtet. Quelle: Wikipedia; Peter Autengruber.

Näheres zur Benennung von Straßennamen in Wien nach Kommunist:innen ist auch in diesemBeitrag von Peter Autengruber in den AKG Mitteilungen nachzulesen. Bezirkshistoriker Dr. Gerald Netzl hat überdies eineBroschüre über die Namen der Verkehrsflächen im 23. Bezirkerstellt. Überdies gilt es auf die wertvolle Arbeit des Vereins »Steine der Erinnerung in Liesing« zu verweisen.

Daher treten wir ein für einen Bezirk, in dem sich alle frei und ohne Angst bewegen können, in dem alle Menschen eine leistbare Wohnung haben, in dem alle Menschen Zugang zu einer guten Sozial- und Gesundheitsversorgung haben, in dem es öffentliche Plätze und Grünraum mit hoher Aufenthaltsqualität für alle gibt, in dem Junge und Alte ein entsprechendes Angebot an Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen vorfinden, in dem alle Menschen mitbestimmen können, in dem kein Mensch illegal ist.

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