Nächste Luxusruine im 7. Bezirk?
Pressestelle - Wien
6. Februar 2025
„Der Fall zeigt ein weiteres Mal, wie problematisch die Ausrichtung auf Luxusprojekte für unseren Bezirk ist. Nach dem gescheiterten Benko-Bau droht der Alten Post in der Zollergasse 31 dasselbe Schicksal und wird damit zu einem Symbol für Leerstand und gescheiterte Wohnpolitik im Bezirk“, warnt Nora Dornis, eine Sprecherin der KPÖ Neubau.Das denkmalgeschützte Gebäude, das einst als Post- und Telegraphenzentrale diente, wurde in den letzten Jahren für ein Luxusprojekt mit hochpreisigen Eigentumswohnungen umgeplant. Mit der Insolvenz des Projektentwicklers LNR stehen die Fertigstellung und die Zukunft des Standorts nun in Frage.Kürzlich erklärte Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) der Bezirkszeitung auf Nachfrage, dass die Bauarbeiten wie geplant fortgesetzt und das Objekt spätestens im Sommer eröffnet würde. Dornis, die das Objekt in Lokalaugenschein genommen hat, muss widersprechen: „Derzeit finden keine Bauaktivitäten statt – das ist kein Zustand, den wir im Bezirk hinnehmen können.“Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) wünschte sich bereits 2020, dass das denkmalgeschützte Gebäude eine „Belebung im Grätzl“ werden solle. Wie die Sanierung des Gründerzeithauses zu Luxuswohnungen einen solchen Impuls für den Bezirk liefern soll, kann Dornis (KPÖ) nicht nachvollziehen: „Was im 7. Bezirk wirklich fehlt, ist bezahlbarer Wohnraum – keine weiteren Spekulationsobjekte, in denen dann niemand wohnt.” Der 7. Bezirk ist bezogen auf die Quadratmetermiete einer der teuersten Wiener Gemeindebezirke, übertroffen wird er nur von der Inneren Stadt und der Leopoldstadt. In ganz Wien stehen derzeit über 100.000 Wohnungen leer, das entspricht etwa jeder zehnten Wohnung.