Sophie Apfler, Klubobfrau KPÖ 1020

Offener Brief: Kein Kind sollte in einer schimmligen Wohnung leben müssen

Pressestelle - Wien

12. Mai 2026

Offener Brief der KPÖ-Klubobfrau in der Leopoldstädter Bezirksvertretung, Sophie Apfler, an den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig angesichts der hunderten bekannt gewordenen Schimmelfälle in nur einem Wiener Gemeindebau. Als junge Mutter (Tochter im Alter von sieben Monaten) sorgt sie sich gerade auch um die Gesundheit der Kinder, die für die Gesundheitsfolgen von Schimmel noch empfindlicher sind.

Wie die KPÖ bei ihrer Unterstützung einer Mieter-Initiative vor Ort herausfand, sind im Gemeindebau Handelskai 214 um die 40% der 1.000 Wohnungen mehr oder weniger stark von Schimmel betroffen. Von Wiener Wohnen wird immer wieder auf Einzelversagen verwiesen; das ist für uns angesichts der Masse an Fällen nicht nachvollziehbar. Die „Heute“ berichtete, siehe hier.


Sehr geehrter Herr Ludwig,

waren Sie schon einmal in einer stark von Schimmel betroffenen Wohnung? Einer Wohnung mit nicht nur Schimmel im Bad, sondern wo er auch schwarz  an den Wänden der Schlafzimmer und an den Fenstern wächst? Sie werden vor allem den Geruch nicht vergessen. Er wird Ihnen noch lange in der Nase und im Gedächtnis bleiben.

Sie können diese Wohnung dann verlassen. Sie waren zum Glück nur zu Besuch. Hunderten Familien im Wiener Gemeindebau geht es nicht so. Sie leben mit diesen Zuständen, und das oft schon seit vielen Jahren! Wir als KPÖ haben nur wenige Wochen gebraucht, um von dutzenden betroffenen Gemeindebauten in ganz Wien zu erfahren. Ich lade Sie gerne mal zu einem Lokalaugenschein ein.

Herr Ludwig, Österreich hat die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert und als Bundesverfassungsgesetz rechtlich abgesichert. Diese Konvention gibt Kindern unter anderem das Recht, in einer nicht gesundheitsgefährdenden Umgebung aufzuwachsen.

Eine schimmlige Wohnung ist kein sicheres Zuhause. Dauerhafter Schimmelbefall begünstigt die Entwicklung von Asthma und Lungenkrebs und ist eine konstante Belastung für das Immunsystem. Kinder und ältere Menschen leiden besonders stark unter den gefährlichen Auswirkungen.

Wo ist der großangelegte Plan, den Gemeindebau endlich schimmelfrei zu machen? Warum werden diese Probleme von Ihrer Regierung unter den Tisch gekehrt und immer nur als Einzelfälle abgestempelt? Nehmen Sie wissentlich in Kauf, dass Kinder krank werden, Allergien und Asthma entwickeln?

Herr Ludwig: Sie geben über 30 Millionen Euro aus für eine Großveranstaltung wie den Songcontest, für eine Eventhalle haben Sie 215 Millionen Euro zur Verfügung. 

Wie viel ist Ihnen die Gesundheit der Kinder im Wiener Gemeindebau wert?

Mit fragenden Grüßen,
Sophie Apfler
Klubobfrau der KPÖ Leopoldstadt

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