Statt Pleite-Kaufhaus auf Mariahilfer Straße 200 neue Wohnungen geplant – KPÖ zweifelt an Leistbarkeit für Wiener:innen
Pressestelle - Wien
1. Juli 2025
Auf der Mariahilfer Straße 10–18 soll aus dem gescheiterten Signa-Luxusprojekt nun Wohnraum entstehen. Die Stumpf Development GmbH, die die Immobilie im Vorjahr übernommen hat, plant anstelle des nie eröffneten „Lamarr“-Kaufhauses rund 200 Wohnungen, ein Hotel sowie Geschäftsflächen. Teile des Bestands sollen abgerissen, das erste Obergeschoß erhalten bleiben. Die rund 1.000 m² große Dachterrasse soll weiterhin öffentlich zugänglich werden.
Für die KPÖ Neubau und Mariahilf ist das ein richtiger Kurswechsel – der allerdings kritisch begleitet werden müsse.
Abriss als Chance – aber Leistbarkeit bleibt unklar
„Dass an einem der prominentesten Innenstadtstandorte nun Wohnungen entstehen sollen, ist ein Fortschritt gegenüber dem gescheiterten Luxusprojekt“, sagt ein Sprecher der KPÖ Neubau. „Wir haben von Anfang an gefordert, dass hier kein Konsumtempel entsteht, sondern leistbarer Wohnraum für die Menschen im Bezirk.“
Ob die geplanten Wohnungen tatsächlich leistbar sein werden, ist derzeit unklar. In den bisherigen Konzepten gibt es keine Hinweise auf geförderten oder gemeinnützigen Wohnbau. „Wir brauchen keine neuen Spekulationsobjekte mit dem Etikett ‚Wohnen‘, sondern Wohnungen, die dauerhaft leistbar und zugänglich bleiben“, betont Carina Karner, Klubobfrau der KPÖ in Mariahilf. „Dafür setzen wir uns als Bezirksrätinnen auch weiterhin ein – durch Anträge, Anfragen und öffentliche Kontrolle.“
Mietpreise in den Innenstadtbezirken steigen weiter
In Bezirken wie Mariahilf und Neubau, wo die Mieten in den vergangenen Jahren rasant gestiegen sind, braucht es für die Wiener*innen dringend zusätzlichen Wohnraum. Neue Wohnungen seien aber nur dann ein Gewinn, wenn sie leistbar und langfristig gesichert sind – für Menschen, die hier leben wollen, und nicht für Investoren, betont Karner.