Vorbild Alterlaa: Berliner Linke schlägt Schwimmbäder auf Hochhaus-Dächern vor

Pressestelle - Wien

16. August 2025

In Liesing steht ein Wohnbau, der seit Jahrzehnten als Paradebeispiel sozialer Stadtentwicklung gilt und weit über die Grenzen Österreichs für Beachtung sorgt: der Wohnpark Alterlaa. Errichtet in den 1970er-Jahren vom Architekten Harry Glück, beherbergt die Anlage rund 10.000 Menschen in drei terrassenförmigen Hochhäusern mit integrierten Schwimmbädern auf den Dächern, großzügigen Grünflächen, Arztpraxen, Geschäften, Schulen und Freizeiteinrichtungen. Alterlaa ist mehr als ein Wohnbau – es ist eine in sich funktionierende, durchdachte Stadt in der Stadt.

Die Berliner Linkspartei fordert nun nach dem Vorbild von Alterlaa in Berlin zu bauen. “Wir schlagen vor, bei der Planung kommunaler Neubauvorhaben neben Schulen, Kitas und ÖPNV-Anbindung auch ein Schwimmbad gleich mitzudenken und eine gemeinschaftliche oder öffentliche Nutzung zu ermöglichen”,sagte die Landesvorsitzende Kerstin Wolter der Deutschen Presse-Agentur.

Was Alterlaa besonders macht, ist die Kombination aus hoher Wohnqualität, bezahlbaren Mieten und sozialem Miteinander. Während Großwohnsiedlungen in vielen Städten als Problemviertel gelten, herrscht in Alterlaa eine überraschend hohe Zufriedenheit unter den Bewohner:innen. Das Erfolgsrezept: kluge Architektur, soziale Durchmischung, Nahversorgung, Freiräume – und eine bemerkenswerte soziale Infrastruktur. Also sozialistischer Wohnungsbau nach dem Vorbild des “Roten Wien” der 1920er Jahre.

Sowie Wien kämpft auch Berlin kämpft aktuell mit Wohnungsnot, explodierenden Mieten und einem angespannten Immobilienmarkt. Der soziale Wohnbau kommt kaum nach – und wo er entsteht, bleibt er oft kleinteilig oder funktional. Dabei könnte aktuelle Stadtentwicklung und Wohnbau gerade von großformatigen, gut geplanten Projekten wie Alterlaa profitieren. Was hier wie dort fehlt, ist nicht nur Wohnraum, sondern auch eine Vision für das gute Leben in der Großstadt.

KPÖ-Bezirksrat Rainer Hackauf: »Ein “Berliner Alterlaa” darf natürlich kein Abklatsch sein. Genauso wenig, wie das ein zeitgemäßer Neubau hier in Wien sein dürfte. Aber zentrale Ideen könnten übernommen werden: soziale Infrastruktur für alle statt nur für Menschen mit viel Geld, Gemeinschaft statt Anonymität, Qualität statt Mindeststandard, gute Arbeitsplätze durch hauseigene Angestellte statt Privatisierung und Auslagerung. Wenn Wohnbauten aus den 1970er Jahren zeigen, dass auch sozialistische Wohnkonzepte schön, funktional und beliebt sein können, dann sollte Berlin – ganz genau wie die Stadtregierung in Wien – genau hinschauen.«

Wohnpark Alterlaa: »Wohnen wie Reiche, auch für Arme«

1985 wurde die Wohnhausanlage Alterlaa in Wien-Liesing durch die städtische Genossenschaft Gesiba fertiggestellt. Die 3.200 Wohnungen beherbergen aktuell 9.000 Bewohner:innen. Bei der Eröffnung der Wohnhausanlage hatte diese damit mehr Bewohner:innen als Eisenstadt. Ein Beitrag von Rainer Hackauf.[Mehr]

Daher treten wir ein für einen Bezirk, in dem sich alle frei und ohne Angst bewegen können, in dem alle Menschen eine leistbare Wohnung haben, in dem alle Menschen Zugang zu einer guten Sozial- und Gesundheitsversorgung haben, in dem es öffentliche Plätze und Grünraum mit hoher Aufenthaltsqualität für alle gibt, in dem Junge und Alte ein entsprechendes Angebot an Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen vorfinden, in dem alle Menschen mitbestimmen können, in dem kein Mensch illegal ist.